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Barnim: ADHS bei Kindern

Pressemeldung vom 9. November 2010, 10:25 Uhr

Gesundheitsamt widmet Tag der Seelischen Gesundheit dem „Zappel-Phillip-Syndrom“

Das Gesundheitsamt des Landkreises Barnim lädt am Mittwoch, 17. November 2010, zum Tag der Seelischen Gesundheit in das Paul-Wunderlich-Haus ein. Der Tag widmet sich in diesem Jahr dem ADHS-Syndrom bei Kindern.

„Unser Ziel ist es, interessierten Eltern, Großeltern, aber auch Erziehern, Lehrern und allen interessierten Bürgern die Möglichkeit zu geben, sich bei unseren Experten zu Symptomen, Diagnostik, Schwierigkeiten in der Schule oder bereits in der Kita und vielen weiteren Themen zu erkundigen“, erklärt Amtsärztin Beate Schmidt-Grimm das Anliegen des Tages und fügt hinzu: „Bei uns können sie sich beraten lassen.“

Das Gesundheitsamt untersucht Kita- und Schulkinder, bei denen nach wie vor auch Auffälligkeiten beobachtet werden. ADHS oder Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitäts-störungen sind in den letzten Jahren in der Öffentlichkeit immer mehr zum Thema geworden. Ärzte und Sozialpädiatrische Zentren haben sich darauf eingerichtet und immer mehr Kinder mit auffälligen Symptomen werden behandelt. „Viele Eltern sind bezüglich dieses Themas allerdings auch verunsichert“, sagte Beate Schmidt-Grimm. „Hier wollen wir helfen.“

Wir möchten in Kurzvorträgen zu Symptomen des ADHS, zu Ergebnissen einer Deutschen Kinder-Studie, zur Situation – beispielsweise in den Schulen oder auch zu Hause informieren, sagt die Amtsärztin. Hinzu kommen Informationen zur Diagnostik und Behandlung in der kinderärztlichen, der kinderpsychiatrischen Praxis sowie in der Klinik. Als Partner hat sich das Gesundheitsamt all jene geholt, die mit dem Thema in der Praxis arbeiten: Kinderärzte, Schulpsychologen, Sonderpädagogen aber auch Psychiater und Psychotherapeuten.

Ist ADHS eine Krankheit?
Die Diagnose ADHS wird als Störung beschrieben. Sie wird charakterisiert durch einen frühen Beginn – meist in den ersten fünf Lebensjahren -, durch einen Mangel an Ausdauer bei Beschäftigungen, die geistigen Einsatz verlangen, und durch eine Tendenz, von einer Tätigkeit zu einer anderen zu wechseln, ohne etwas zu Ende zu bringen. Neben der desorganisierten, mangelhaft regulierten und über-schießenden Aktivität können zusätzlich verschiedene andere Auffälligkeiten vorliegen. „Wir verstehen ADHS mit seinen vielen Symptomen zuerst einmal nur als Syndrom, nicht als Krankheit im eigentlichen Sinne“, sagt die Amtsärztin. Darüber gibt es aber viele verschiedene Ansichten, weil ADHS ein sehr komplexes Störungsbild hat. Dadurch ergeben sich verschiedene Erklärungs- und Therapieansätze.

Zum Thema für den Tag der seelischen Gesundheit wird ADHS dadurch, dass die Symptome für die betroffenen Kinder, Jugendlichen und oft auch Erwachsenen sehr belastend sein können. Das gilt genauso für deren Umfeld wie die Familie oder die Schulkameraden. „Vor allem unmittelbare Kontaktpersonen können oft nur schwer damit umgehen“, erklärt Beate Schmidt-Grimm können. So werden sie oft als unerzogen und störend eingeordnet. Die Betroffenen geraten dabei meist unter erheblichem Druck, versagen in Schule und Beruf und entwickeln häufig weitere psychische Störungen. „Wir möchten zum Tag der Seelischen Gesundheit darauf hinweisen und Hilfsangebote vorstellen“, sagt die Amtsärztin.

Hilfe für Eltern, die den Verdacht oder die Diagnose von ADHS bei ihrem Kind haben
Zuerst einmal sollten sich Eltern an den Kinderarzt wenden, empfiehlt Beate Schmidt-Grimm. Weitere Ansprechpartner sind Beratungsstellen, Sonderpädagogen, Kinderärzte, Kinder- und Jugendpsychiater und -psychotherapeuten, Schulpsychologen, Sozial-Pädiatrische Zentren und das Gesundheitsamt.

Der Tag der Seelischen Gesundheit am 17. November 2010 findet zwischen 14 und 17 Uhr im Plenarsaal des Paul-Wunderlich-Hauses in Eberswalde statt.
Die Veranstaltung ist kostenlos. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.
Für die Zeit der Veranstaltung ist auch für eine Kinderbetreuung gesorgt. Während die Großen den Vorträgen lauschen und interessante Gespräche führen, können sich ihre Kinder in der bunten Ecke vor dem Plenarsaal unter unserer Aufsicht mit Bastelarbeiten oder Spielen beschäftigen.

Quelle: Landkreis Barnim / Pressestelle

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