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Barnim: Genetischer Zwilling oft letzte Hoffnung gegen Leukämie

Pressemeldung vom 25. Mai 2011, 10:05 Uhr

Stammzellspende ist heute einfacher als früher

Beim Aktionstag „Barnimer spenden Leben“ am 15. Juni 2011 geht es um Spenden, bei denen die Spender buchstäblich etwas „von sich“ geben. Dazu gehört neben der Blutspende und der Organspende die Spende von Blutstammzellen. Gisela Otto, die Vorsitzende der Deutschen Stiftung gegen Leukämie, ist beim Aktionstag dabei. Sie erklärt, warum die Bereitschaft zur Stammzellenspende wichtig ist.

Eine Spende von Blutstammzellen ist oft die einzige Hoffnung für Leukämiekranke. Worin liegt eigentlich der Unterschied zur Blutspende?
Blutspenden werden meist sofort gebraucht, zum Beispiel bei Operationen oder für Unfallopfer. Bei Stammzellen ist es ganz anders. Der Spender wird typisiert und seine Daten werden dann anonym an das Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland in Ulm weitergegeben. Erst wenn es einen Erkrankten gibt, der gleiche genetische Merkmale hat wie der Spender, kann es eine Übertragung der Blutstammzellen geben. Man spricht da von genetischen Zwillingen. Es kann also sein, dass eine bereits typisierte Person erst nach Jahren oder auch nie Stammzellen spenden wird.

Wie funktioniert eine Stammzellspende?
Es gibt zwei Arten der Spende, die Knochenmarkspende und die Blutstammzellspende. Bei der Knochenmarkspende wird Knochenmark aus dem Beckenkamm entnommen. Dies wird bei einem dreitägigen Krankenhausaufenthalt in einer Operation unter Narkose durchgeführt. Die zweite Variante ist, die Stammzellen aus dem Blut zu filtern. Dabei wird das Blut aus einer Armvene entnommen, die Stammzellen werden herausgefiltert und das Blut in den anderen Arm zurückgeführt.

Gehen die Spender dabei ein höheres Risiko ein als bei einer Blutspende?
Nein, denn der Spender wird nur für die Spende freigegeben, wenn ein Facharzt nach gründlicher Untersuchung dessen soliden Gesundheitszustand festgestellt hat. Der Spender erhält fünf Tage vor der Spende täglich ein Medikament , das sein Knochenmark dazu anregt, mehr Blutstammzellen zu produzieren als der Körper benötigt. Nur diese überzähligen Stammzellen werden dem Körper bei der Spende entnommen.

Welche Vorraussetzungen sind wichtig, um sich testen und als potentieller Spender in die Datei eintragen zu lassen?
Man muss gesund und zwischen 18 und 55 Jahren alt sein. Außerdem sollte man wirklich bereit sein, Stammzellen zu spenden, wenn man sich typisieren lässt. Denn es kann sein, dass man erst nach Jahren für einen Leukämiekranken benötigt wird.

Es gibt jährlich etwa 4000 bis 5000 an Leukämie Erkrankte in Deutschland. Eine große Anzahl dieser Menschen brauchen eine Stammzellspende. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, einen genetischen Zwilling zu finden?

Es müssen zwischen Patient und Spender mindestens acht bis zehn genetische Merkmale identisch sein. Das ist nicht häufig. Je mehr Menschen sich also registrieren lassen, desto besser ist die Aussicht, einen passenden Spender zu finden.

Es gibt weltweit und in Deutschland verschiedene Spenderdateien. Arbeiten die zusammen?
Alle Spender der verschiedenen Dateien sind anonym mit ihren medizinischen Merkmalen beim ZKRD (Zentrales Knochenmarkspender-Register Deutschlands) in Ulm registriert und stehen der weltweiten Suche für Patienten zur Verfügung. In unserer Datei sind momentan etwa 37.500 potentielle Spender registriert. Wir konnten schon Spenden innerhalb Europas und auch nach Kanada und Russland und andere Länder vermitteln.

Wenn ich den Sechser im Lotto habe, also den genetischen Zwilling gefunden habe, wie hoch sind die Heilungschancen durch eine Stammzelltransplantation?

Das hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel, wie weit die Leukämie fortgeschritten ist und ob die Stammzellen vom Körper akzeptiert werden.
Können Spender und Patient sich kennen lernen?

Nicht überall. In einigen Ländern wie etwa Großbritannien ist es nicht erlaubt. In Deutschland können sich Spender und Empfänger anonyme Briefe schreiben und nach zwei Jahren können sie Kontakt aufnehmen, wenn der Patient es wünscht.

Was passiert, wenn kein passender Spender gefunden wird?

Wenn der Patient unbedingt eine Spende von Knochenmark oder Blutstammzellen benötigt, gibt es keine Alternative. Deshalb ist es wichtig, dass sich viele Menschen typisieren lassen und so die Wahrscheinlichkeit steigt, einen passenden Spender zu finden.

Wo und wann wird im Barnim typisiert?

Wer sich als Spender testen lassen möchte, kann dies am 15. Juni am Präsentationsstand der Deutschen Stiftung für Leukämie tun; oder man ruft in unserem Büro unter 0331 742808 an und erhält die nötigen Informationen.

Gibt es eine Möglichkeit für die Menschen, die nicht spenden wollen oder können, den kranken Menschen zu helfen?
Sie können helfen, indem sie Geld spenden. Da helfen auch kleine Beträge, denn wir müssen alle Typisierungen ausschließlich mit Geldspenden finanzieren – mit jeweils 50 Euro Laborkosten.

Bankverbindung:
Deutsche Stiftung gegen Leukämie,
Großbeerenstraße 139, 14482 Potsdam
Mittelbrandenburgische Sparkasse in Potsdam
Kontonummer: 100 00 14 9 12
Bankleitzahl: 160 500 00

Quelle: Landkreis Barnim / Pressestelle

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