Energiewechsel

Barnim: Interaktive Lesung zum Weltaidstag

Pressemeldung vom 3. Dezember 2010, 12:09 Uhr

Schüler aus dem Landkreis hören aus „Positiv zusammen leben – aber sicher!“

Wie wird das HI-Virus noch einmal übertragen? Sieht man Menschen mit HIV oder Aids ihre Krankheit an? Was bedeutet das Leben mit einem „positiven“ Befund? Wo und wann kann man sich auf HIV testen lassen? – All diesen Fragen sind Phil Langer und Stefan Müller von der Berliner Aidshilfe gestern mit Jugendlichen aus dem Barnim nachgegangen.

„Wir wollen das jährliche Ritual des Weltaidstages ein bisschen mit Leben füllen“, sagte Phil Langer zu den jungen Menschen zwischen 15 und 20 Jahren zu Beginn der interaktiven Lesung im Paul-Wunderlich-Haus in Eberswalde. Sehr anschaulich und oft erheiternd brachten Phil Langer und Stefan Müller dem Saal die möglichen Übertragungswege und Schutzmöglichkeiten in Erinnerung. Sowohl die beiden Männer der Aidshilfe als auch die Schülerinnen und Schüler waren auf Einladung des Gesundheitsamtes des Landkreises Barnim gekommen.

Krankheit ist nicht harmlos!
Phil Langer und Stefan Müller leben beide mit dem HI-Virus. Sie erzählten, wie sie mit der Infektion leben und dank neuester Medikamente und Therapien umzugehen gelernt haben. Und sie stellten eines klar: Auch wenn HIV und Aids heute nicht mehr automatisch ein Todesurteil bedeuten, darf die Ansteckung und die Krankheit nicht verharmlost werden. „Es sterben auch in Deutschland jährlich 500 Menschen an Aids und es gibt einige Leute, die die Medikamente nicht vertragen. Da kann von Lebensqualität keine Rede sein“, betonte Phil Langer.

Der Sozialpsychologe hat in seinem Buch „Positiv – Leben mit HIV und Aids“ aufgeschrieben, wie überholt die Vorstellungen vieler Menschen oft davon sind, wie eine Infektion mit HIV zustande kommt oder wie sie verläuft. Er las aus einigen der 15 Geschichten von Männern und Frauen, die ganz unterschiedlich mit den Folgen der Erkrankung – körperlich, psychisch und sozial – umgehen. Davor, danach und während der Lesung blieb für die Jugendlichen viel Zeit für eigene Fragen und in den Pausen für direkte Gespräche mit den beiden Betroffenen.

Die Mitarbeiterinnen des Gesundheitsamtes hatten zudem weitergehende Informationen, eine Menge Kondome und einen Mittagssnack organisiert.

Zahlen aus Brandenburg
In Brandenburg leben Ende 2010 610 Menschen mit HIV/Aids, 470 Männer und 140 Frauen. In diesem Jahr sind nach Schätzungen des Robert Koch-Institutes etwa 50 Neuinfektionen dazu, darunter etwa 40 Männer. In Brandenburg sind im Jahr 2010 etwa 50 HIV-Infizierte an Aids erkrankt, 30 Frauen und 20 Männer. Der häufigste Übertragungsweg bei Neuinfektionen ist nach wie vor ungeschützter Sex zwischen Männern.

Kostenloser Test beim Gesundheitsamt
Das Gesundheitsamt des Landkreises bietet anonyme und kostenlose HIV-Tests an. Wer Interesse daran hat, sollte sich unter 03334 214-1601 anmelden und einen Termin machen.

Am Weltaidstag wird weltweit zur Solidarität mit den Betroffenen und gegen deren Ausgrenzung aufgerufen, über die HIV-Infektion aufgeklärt und sich zum Schutz vor Aids bekannt.

In Deutschland leben nach einer aktuellen Schätzung des Robert Koch-Instituts rund 70.000 Menschen mit HIV oder Aids. Diese Zahl steigt seit Jahren. Dank der wirksamen medikamentösen Behandlung sterben immer weniger Menschen mit einer HIV-Infektion (etwa 550 im Jahr 2010). Die Zahl der Neuinfektionen ist erheblich höher als die Zahl der Todesfälle. Im Jahr 2010 haben sich nach der aktuellen Schätzung 3.000 Menschen neu mit HIV infiziert, ähnlich viele wie in den Vorjahren. „Die nach wie vor hohe Zahl der HIV-Neuinfektionen zeigt, dass Prävention und Forschung unverändert wichtig bleiben“, betont Reinhard Burger, Präsident des RKI.

Quelle: Landkreis Barnim / Pressestelle

Share on Facebook Share on Google+

 Hinweis