Energiewechsel

Bernau: Bernauer Lese- und Veranstaltungstage im November

Pressemeldung vom 12. Oktober 2015, 09:41 Uhr

„Zeitenwende – zwischen zwei Weltkriegen“
Vom 7. bis 21. November dreht sich in der Bernauer Kulturszene alles um die Jahre zwischen den beiden Weltkriegen. Das Jahrzehnt nach den Revolutionen und dem Sturz der Monarchien, nach dem Aufbruch der Völker und der Entstehung von Republiken – die Zwanziger Jahre – sind Schwerpunkt der diesjährigen Lese- und Veranstaltungstage im Herbst.

Das Erbe des 1. Weltkriegs waren Verlust und Vertreibung, Hunger und Elend. Nur zögerlich besserten sich die Verhältnisse. Nach schweren Jahren und allmählichem Aufschwung schimmerte Berlin kurze Zeit im Glanz der „Goldenen Zwanziger“. Industrie und Banken gaben nun den Takt vor, die früheren Untertanen wurden zu Konsumenten. Doch der Traum von einer besseren Welt ging in den Stürmen des Börsenkrachs von 1929 unter. Von da an ging’s bergab.

„Die Turbulenzen dieser Jahre hinterließen Spuren in Kunst, Medien, Literatur, Musik und Mode. Kunst- und Kulturschaffende, Händler und Gastronomen haben sich dazu einiges einfallen lassen. Auf dem Programm stehen Lesungen, Theater- und Filmabende, ja sogar ein Musical“, so Gabriele Karla vom Kulturamt.
Passend zum Motto widmet sich auch die Schaufensterroute mit Gewinnspiel den 1920er Jahren. Die Route zeigt anhand von Fotografien Geschichten aus dem Bernau dieser Zeit – dargestellt von Bernauer Akteuren und in Szene gesetzt vom Bernauer Fotografen Jan Gögge. Beteiligt sind 15 Geschäfte der Innenstadt. Die Schaufensterroute ist zu sehen bei den Stadtspaziergängen der Bernauer Stadtführer.
Weitere Informationen stehen im Flyer „Zeitenwende“, der in den Innenstadt-Geschäften und Restaurants, in den kulturellen Einrichtungenund der Tourist-Information, im Rathaus sowie bei der BeSt zum Mitnehmen ausliegt oder unter www.bernau.de und www.winterzauber-bernau.de heruntergeladen werden kann.

Programm:

Sa., 7. 11., 16 Uhr, Lesung im Club „Treff 23“, Breitscheidstraße 41a: Die Berliner Schauspielerin Susan Muhlack liest aus „Berlin, Schicksal einer Weltstadt“ von Walther Kiaulehn. 1958 zum ersten Mal im Münchner Biederstein-Verlag erschienen, handelt das Buch von der Weltstadt Berlin zwischen der Reichsgründung 1871 und dem Reichstagsbrand 1933. Es berichtet vom koketten Berlin der Claire Waldorff und Marlene Dietrich, dem Berlin der Skandalnudeln und Krawallschachteln, dem Berlin der internationalen E- und U-Kultur, der Boom-Town Berlin, die – dämonisiert und vergöttert – für wenige Jahre den Ort von Modernität und Kulturindustrie schlechthin versinnbildlichte. Veranstaltung des Niederbarnimer Kulturbund e.V.
Kulturbund-Mitglieder: 2 €, Gäste: 4 €, ermäßigt: 3 €

Tel. (0 33 38) 21 35

So., 8.11., 16 Uhr, Stadtbibliothek, Breitscheidstraße 43 b: „Das Wetterhäuschen“. Mit Charme und Humor präsentiert die Schauspielerin und Sprecherin Marina Erdmann ihre vergnüglichen Geschichten, für die sie bei dem Satiriker und Kabarettisten Kurt Tucholsky fündig wurde.
Eintritt: 5 €; ermäßigt 3 €
Tel. (03338) 76 35 20

Sa., 14.11., 15 Uhr, Buchhandlung Schatzinsel, Alte Goethestraße 2 c: Bilderbuchkino „Familie Pomperdauz“ – Erfindungen und andere Geschichten des 20. Jahrhunderts aus dem Buch von F. Gehmvorgetragen von Sylvia Pyrlik.

Padauz – ein ganzes Hotel samt Bewohnern landet 99 Jahre in der Zukunft. Kamiranda Pompadauz, Jonni mit der Höllenhand und Melusine sind total von gestern! Kinder haben rollende Bretter an den Beinen und sprechen die ganze Zeit in kleine Kästen hinein…was ist nur aus der Stadt Rippelpolde geworden?
Eintritt: 3 €
Tel. (0 33 38) 76 19 91

Sa., 14.11., 20 Uhr, Stadtbibliothek, Breitscheidstraße 43 b: „Buster Poetry: Der General“ – Stummfilmabend mit Ralph Turnheim und Buster Keaton. Der Wiener Schauspieler (Jahrgang 1976) gibt Buster Keatons Stummfilmen Verse und Stimme.
Eintritt: 8 €, ermäßigt 6 €
Tel. (03338) 76 35 20

So., 15.11., 10 Uhr, Bernauer Stadtführer: „Sonntags in und um Bernau – Die goldenen Zwanziger“ – Die Bernauer Stadtführer erzählen auf einem Rundgang durch die Innenstadt kleine Geschichten aus der Zeit zwischen den Weltkriegen, nachgestellt in Fotografien entlang der Schaufenster-Route. Treffpunkt: Tourist-Information, Bürgermeisterstraße 4. Tel.Anmeldung unter (03338) 367088, Teilnehmerbeitrag 3 €.

Di., 17.11., 19.30 Uhr, Buchhandlung „Schatzinsel“, Alte Goethestraße 2 c: „Zeitenwende“ – Deutschsprachige Dichter zwischen zwei Weltkriegen“ – Viele Parallelen könnte man zwischen den Jahren 1918 bis 1933 und der heutigen Zeit ziehen. Umbruch, Aufbruch, Neubeginn; die neue Zeit wirft alles bisher Dagewesene über den Haufen. Bekannte Bernauer Personen lesen aus der Bibliothek der verbrannten Bücher.
Eintritt: 5 €
Tel. (0 33 38) 76 19 91

Do, 19.11., 19 Uhr, AWO-Treff, An der Stadtmauer 12: Lesung „Adressat unbekannt“ von Kressmann Taylor.Der als Briefwechsel von November 1932 bis März 1934 zwischen einem Deutschen und einem amerikanischen Juden gestaltete Text wurde erstmals 1938 veröffentlicht. Dargeboten wird die Lesung von Jugendlichen unter der Leitung von Eva Maria Rebs.
Eintritt frei
Tel. (03338) 89 73

Fr., 20. November, 19 Uhr, Stadtbibliothek, Breitscheidstraße 43 b:“…und der Haifisch, der hat Zähne …“; Schüler des Kurses Darstellendes Spiel am Paulus-Praetorius-Gymnasium präsentieren unter der Leitung von Diana Wons Auszüge aus dem Musical „Die Dreigroschenoper“.
Eintritt: 3 €, ermäßigt 2 €
Tel. (03338) 763520

Sa., 21.11., 20 Uhr, FRAKIMA-Werkstatt, Breitscheidstraße 43 a: Jura Soyfer „Der Weltuntergang“ – Die Erde hat die ihr vorgegebenen Bahnen verlassen, weil sie Menschen bekommen hat. Daher beschließen die Planeten einen Kometen loszuschicken, um die Erde von dieser Plage zu befreien. Kritisch, aber gleichzeitig höchst humorvoll, setzt sich Soyfer mit den Handlungsweisen der Staaten und ihrer Vertreter, vor allem aber mit den Reaktionen der Menschen auf die bevorstehende Katastrophe auseinander. Er beschreibt die Scheinaktivitäten der Mächtigen, zeigt die Geschäftemacherei mit der Bedrohung. Er führt aber auch die Verhaltensweisen der Betroffenen vor, die sich in Autoritätsgläubigkeit oder Ignoranz flüchten und sich vor der Wahrheit verschließen.
Jura Soyfer war ein russischer Jude, der als politischer Schriftsteller in Österreich lebte. Er gehörte zu den wenigen Autoren, die in mehr als 30 Sprachen übersetzt wurden. Sein Anliegen war es, im Theater keine vollständigen Lösungen oder Ergebnisse zu präsentieren. Für ihn konnten die dargestellten Probleme nur im wirklichen Leben, also im real existierenden Protest gelöst werden. Er gehörte der KPÖ an und kam 1939 im KZ Buchenwald um.
Die Jugend- und Erwachsenengruppen des Werkstatt-Theaters arbeiten hierbei zusammen.
Eintritt: 3 €, ermäßigt 2 €
Tel. (03338) 54 65

Quelle: Stadt Bernau bei Berlin

Share on Facebook Share on Google+

 Hinweis