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Bernau: Das Bernauer Kulturamt und seine Leiterin Marina Timmermann im Porträt

Pressemeldung vom 6. März 2013, 13:39 Uhr

In Bernau ist Kultur nicht das fünfte Rad am Wagen

Das Kulturamt ist Teil des Amtes für Schulverwaltungs-, Kultur-, und Jugendangelegenheiten, das von Marina Timmermann geleitet wird. Im Folgenden ein Interview mit ihr.

Frau Timmermann, was gehört alles zum Kulturamt?

Die Kulturverwaltung, das Heimatmuseum, die Freizeitwerkstatt FRAKIMA, das Stadtarchiv, die Stadtbibliothek mit ihren Außenstellen und der Treff 23 gehören dazu. Alles in allem arbeiten in diesen Bereichen 19 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Viele davon sind in der Stadt gut bekannt.

Auf Hochtouren laufen bei Ihnen derzeit die Vorbereitungen aufs Hussitenfest. Welche Veranstaltungen werden von Ihrem Team noch organisiert?
Das Hussitenfest ist zweifelsohne unsere größte und bekannteste Veranstaltung mit beachtlicher überregionaler Ausstrahlung. Immerhin können wir am zweiten Juni-Wochenende alljährlich mehr als zwanzigtausend Gäste aus nah und fern in Bernau begrüßen. Wer in diesem Jahr als Akteur beim Umzug dabei sein möchte, kann sich im Übrigen schon jetzt bei uns melden.

Zu einem weiteren Höhepunkt in unserer Stadt hat sich das alljährliche Kinderfilmfest des Landes Brandenburg entwickelt. Wurden beim ersten Fest vor dreizehn Jahren in Bernau 350 Besucher gezählt, waren es im Vorjahr mehr als 2100. Wir arbeiten dabei mit vielen Jugend- und Bildungseinrichtungen der Stadt eng zusammen.

2011 haben wir zum ersten Mal ein Bildhauersymposium organisiert, das auch in der Bevölkerung eine sehr gute Resonanz erfahren hat. Die Ergebnisse sind jetzt noch im Stadtpark zu sehen. Im Vorjahr gab es eine Folgeveranstaltung „Artist in Residence“ mit Jörg Steinert.

Es würde hier zu weit führen, alle Veranstaltungen zu nennen, die wir – oft auch zusammen mit verlässlichen Partnern – auf die Beine stellen. Erwähnen möchte ich noch den Tag des offenen Denkmals, die Lesetage im Herbst, die Buchlesungen in der Bibliothek und den Weihnachtsmarkt.

Das Kulturamt ist ein großer Netzwerker …
Das kann man so sagen. Wir sind mit vielen Vereinen und anderen Kulturakteuren gut vernetzt. Die Vereinslandschaft in Bernau ist besonders vielfältig. Davon profitiert das kulturelle Leben hier ungemein. Ich möchte nur die Musikfestspiele Siebenklang und das Festival Alter Musik erwähnen – beide von Vereinen organisiert und beide seit Jahren Besuchermagnete. Auch der Kulturbund bereichert das Veranstaltungsangebot sehr. Ich könnte noch viele andere nennen, möchte jedoch auf unseren monatlich erscheinenden Kulturkalender verweisen. Eine wunderbare Übersicht über alle Veranstaltungen und Akteure. Grundlage dafür ist die Veranstaltungsdatenbank der BeSt Stadtmarketinggesellschaft, in die jeder seine Termine selbst eintragen kann. Einen Jahresüberblick bietet die Broschüre „Feste feiern“, die wir zusammen mit der Tourist-Information erarbeitet haben.

Die einen sagen, das kulturelle Angebot in Bernau ist super, andere wünschten sich mehr Kultur in Bernau. Wie sehen Sie das?
Für eine Stadt mit 37.000 Einwohnern hat Bernau ein erfreulich breitgefächertes Kulturangebot. Es reicht von Lesungen über Konzerte, Vorträge bis hin zu Kursen. Schaut man in den Kulturkalender, gibt es kaum einen Tag, an dem nichts los ist. Für alle Altersgruppen ist etwas dabei. Aber natürlich sind wir immer offen für neue Anregungen.

Was tut die Stadt in Sachen Kulturförderung?
Die Stadt vergibt alljährlich Zuschüsse in Höhe von 55.000 Euro zur Förderung kultureller Maßnahmen, Projekte und Einrichtungen in Bernau. Anträge können immer bis zum 15. November eines Jahres für das Folgejahr gestellt werden. Wer letzten Endes was bekommt, entscheidet der Kulturausschuss. Außerdem haben wir immer ein Auge auf Fördermöglichkeiten von Seiten Dritter.

Rechnet man mal zusammen, was die Stadt im Vorjahr alles in allem in die „Kultur“ gesteckt hat, kommen mehr als drei Millionen Euro zusammen. Darin enthalten sind auch Personalkosten und Investitionen. Kultur ist in unserer Stadt also wahrlich nicht das fünfte Rad am Wagen.

Das kann man wohl sagen. Auch in Anbetracht dessen, was in den nächsten Jahren noch so ansteht …
Es gilt, das Konzept „Kunst in Bernau“ und das Tourismuskonzept weiter umzusetzen. Dazu wurden das Kulturamt und die Tourist-Information erfreulicherweise personell verstärkt. Wir arbeiten da Hand in Hand. Ziel ist eine stärkere Vernetzung zwischen Kultur und Tourismus. Außerdem sollen Veranstaltungen mit überregionaler Bedeutung an touristischer Ausstrahlung gewinnen. Auch ein Kulturentwicklungsplan wird in Angriff genommen.

Was ist mit dem Konzept „Kunst in Bernau“?
Ja, auch dessen Umsetzung ist eine Herausforderung für die Zukunft. In den letzten drei Jahren haben wir die Skulpturen im Stadtgebiet einschließlich der aus der Waldsiedlung restaurieren lassen. Für mehr als 56.000 Euro.Derzeit wird überlegt, wie und wo diese Skulpturen im öffentlichen Raum dauerhaft präsentiert werden können.

Quelle: Stadt Bernau bei Berlin

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