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Burg: Ostern wird es bunt im Amt Burg (Spreewald)

Pressemeldung vom 14. März 2013, 15:55 Uhr

Veranstaltungstipps für die ganze Familie

Kein anderes Fest ist bei den Sorben/Wenden mit so vielen Bräuchen und Sitten verbunden wie das Osterfest. Zurückzuführen sind sie zumeist auf den heidnischen Glauben der Slawen. Die berühmten Ostereier sind bereits vielen Menschen weit über die Grenzen der Lausitz bekannt. Doch daneben gibt es noch das Waleien, das Osterfeuer, das Ostersingen, die Ostersemmel…

So bunt wie die berühmten sorbischen Ostereier ist auch das Programm für die ganze Familie im Amt und im Kurort Burg (Spreewald). Es bietet für Einwohner und Gäste jede Menge Möglichkeiten, sich mit den Bräuchen der Sorben/Wenden vertraut zu machen.

Ostersingen
Am Karfreitag, dem „Stillen Freitag“, wie er im Sorbischen/Wendischen heißt, findet ein besonderes Konzert in der Evangelischen Kirche in Dissen- Striesow, Ortsteil Dissen, statt. Angelehnt an den alten, eindrucksvollen Brauch des Ostersingens wird der Chor „Lužyca“ („Lausitz“) alte sorbische Trauerlieder und Osterchoräle singen. Diese Lieder wurden früher in der Spinnstube gelernt und über viele Generationen weiter gegeben. Diese alten Osterlieder sind nur hier in der Niederlausitz zu finden und in keinem Kirchengesangbuch verzeichnet.
* Freitag, 29. März, 16 Uhr, Evangelische Kirche Dissen

Wendischer Kirchgang
Wenn Ostern naht, werden im Kurort Burg (Spreewald) die Röcke, Tücher, Schürzen und Hauben der Kirchgangstracht aus Truhen und Schränken geholt, um sie für den traditionellen Kirchgang am Ostersonntag aufzuarbeiten. Einst an allen hohen kirchlichen Feiertagen Pflicht, werden diese erhabenen schwarzen Trachten nur noch zum Auferstehungsfest getragen. Zum Teil werden sie seit mehreren Generationen in den Familien gehütet. Für Besucher ist dies ein jedes Jahr eine Augenweide. Die Chorgemeinschaft Concordia leitet das Auferstehungsfest bereits um 9.30 Uhr mit dem Osterblasen an der Kirche ein. Anschließend wird zum Familiengottesdienst eingeladen.
* Ostersonntag, 31. März, 9.30 Uhr, Evangelische Kirche Burg (Spreewald)

Übrigens, auch für die anderen kirchlichen Feiertage galten strenge Trachtennormen, so auch für den Ostermontag. Hier ist die Tracht etwas schlichter, darf aber auf keinen Fall Rot oder Rosa enthalten. Eine dezente helle Haube und ein ebensolches Halstuch, ein grüner Bandrock mit schwarzer Spitze und/oder Samtband, eine schwarze Seidendamastschürze und schwarze Strümpfe gehören dazu.
Vereinzelt sind diese Trachten auch heute noch bei den Gottesdiensten zu sehen.

Sorbische Ostereier und Waleien
Das Ei gilt seit jeher als Fruchtbarkeitssymbol. Das Aufbringen von Farbe und Verzierungen mit besonderer Bedeutung ist im Frühjahrsbrauchtum fest verankert. Die mit verschiedenen Symbolen versehenen Ostereier vermitteln beim Verschenken auch „Botschaften“ und gute Wünsche.
* Sorbisches Ostereierverzieren für Jedermann im Heimatmuseum Dissen, an jedem Samstag bis Ostern um 14 Uhr
* Schauvorführungen in der Heimatstube Burg (Spreewald) 23. und 24. März, 12.30 bis 16 Uhr sowie 31. März und 1. April, 13 bis 17 Uhr

Die Kinder erfreuen sich zu Ostern am Waleien. Im Garten werden gekochte und gefärbte Ostereier eine eigens angelegte abschüssige Bahn hinuntergekullert. Eier anderer, die dabei getroffen werden gelten als „geschlagen“ und der Besitzer bekommt das Ei. Auch dieser Brauch galt einst als Fruchtbarkeitszauber für den so wichtigen Wuchs des Grases.

Die Ostersemmel
Überliefert ist, dass die Kinder am 1. oder 2. Osterfeiertag zu ihren Taufpaten in die umliegenden Dörfer gingen, um sich eine Ostersemmel nebst drei Ostereiern, einem Pfefferkuchen und einem kleinen Geschenk oder einem Geldstück zu holen.
Die Ostersemmel hat ganz verschiedene Formen. In einigen Spreewalddörfern wird sie aus drei Teigsträhnen geflochten und symbolisiert so die Heilige Dreifaltigkeit. In Burg ähnelt sie einem Spreewaldkahn, symbolisiert aber ein Palmenblatt und ist 40 bis 50 Zentimeter lang. Nur noch eine Burger Bäckerei ist bekannt, in der die Ostersemmel so wie vor Jahrzehnten üblich noch gebacken wird: Die Bäckerei Mieth hütet das alte Familienrezept, welches natürlich streng geheim ist. Heute wird die Ostersemmel gern verschenkt an Kinder und Freunde oder einfach selbst gekostet. Das Gebäck schmeckt mit Wurst oder Marmelade oder traditionell mit Leinöl und Zucker.

Quelle: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde Burg (Spreewald)

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