Energiewechsel

Lübben: Beratung zum Thema Abwasser

Pressemeldung vom 9. August 2012, 15:26 Uhr

Am gestrigen Nachmittag informierte die Verwaltung die Vertreter der Bürgerinitiative, der Petenten sowie der Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung im 7. Abwassergipfel über die vom Büro CPU errechneten Varianten einer reinen Gebührenfinanzierung unter dem Gesichtspunkt der Rückzahlung bereits erstatteter Beiträge. Die Varianten betrachten sowohl die mögliche demografische Entwicklung in Lübben als auch den Aspekt des Einsparens von Abwasser, die Einführung verschiedener Zählergrundgebühren sowie die mögliche Reduzierungen von Abwassermengen bei größeren Unternehmen. Da Gebühren alle zwei Jahre neu kalkuliert werden müssen, wurden die einzelnen Gebührenvarianten dementsprechend in Zwei-Jahres-Schritten bis 2018 errechnet.
So würde beispielsweise die Gebühr von derzeit 2,72 Euro/m³ (bei einer Mischfinanzierung müsste diese jedoch auch in naher Zukunft auf 3,01 Euro erhöht werden) für die Jahre 2013/2014 bei gleicher Abwassermenge wie derzeit 4,01 Euro pro Kubikmeter betragen und bis zum Kalkulationszeitraum 2017/2018 auf 4,51 Euro steigen. Bei Erhebung einer Grundgebühr pro Zähler, die mit maximal 7 Euro/Monat angesetzt wurde, würden die Gebühren bei besagter Grundgebühr pro Kubikmeter 2013/2014 = 3,17 Euro und in den Jahren 2017/2018 = 3,65 Euro betragen.

Auf einen 1-Personen-Haushalt mit einer Durchschnittsverbrauch von 35 m³ pro Jahr bezogen, der derzeit 95,20 Euro im Jahr für die Abwasserentsorgung bezahlt, hieße das für die Jahre 2013/2014, dass die jährlichen Kosten (bei 4,01 Euro/m³) auf 140,35 Euro steigen würden. Bei der Erhebung einer Grundgebühr von 7 Euro/ pro Monat und damit 3,17 Euro/m³ würden die Kosten auf insgesamt 194,95 Euro pro Jahr steigen.

Bei einer moderaten Mengenreduzierung des Abwassers (z.B. durch sparsameren Wasserverbrauch) würden sich die Gebühren dann so darstellen – 4,06 Euro/m³ in den Jahren 2013/2014; Steigerung auf 5,19 Euro/m³ in den Jahren 2017/2018. Bei Einführung der oben genannten Grundgebühr wären es dann 3,21 Euro/m³ in den Jahren 2013/2014 und 4,19 Euro/m³ in den Jahren 2017/2018.
Für den genannten 1-Personen-Haushalt hieße das für den 2013/2014 ohne Grundgebühr eine Steigerung auf 142,10 Euro pro Jahr und bei einer Grundgebühr von 7 Euro/Monat eine Steigerung auf 196,35 Euro Kosten im Jahr.

Bei einer starken Reduzierung von Abwassermengen (z.B. Auslagerung wasserintensiver Produktionslinien durch Unternehmen) würde die Gebühr von 4,43 Euro/m³ in den Jahren 2013/2014 auf 5,57 Euro/m³ in den Jahren 2017/2018 ansteigen. Bei Erhebung einer Grundgebühr von besagten 7 Euro pro Monat würden die Gebühren 2013/2014 = 3,50 Euro/m³ betragen und in den Jahren 2017/2018 = 4,50 Euro/m³.

Am bereits genannten Beispiel des 1-Personen-Haushaltes hieße das, dass die Aufwendungen von derzeit 95,20 Euro jährlich für den Kalkulationszeitraum 2013/2014 155,05 Euro pro Jahr betragen würden und bei Erhebung einer Grundgebühr Kosten von insgesamt 206,50 Euro jährlich entstehen würden.

Nunmehr werden die Entscheidungsträger, die Stadtverordneten, in ihren Fraktionen die vorgestellten Varianten beraten und auch darüber diskutieren, welche Auswirkungen die reine Gebührenfinanzierung auf den allgemeinen städtischen Haushalt haben könnte. Absehbar ist nämlich, dass für Rückzahlungen und Investitionen in die Abwasseranlage ein Kredit von rund 9 Millionen Euro aufgenommen werden muss. Dadurch könnte die Liquidität der Abwasserentsorgung, die per Gesetzt kostendeckend betrieben werden soll, gefährdet sein.

Quelle: Kreisstadt Lübben

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