Energiewechsel

Oranienburg: Bombenentschärfung am 14.12.16 in der Lehnitzstraße

Pressemeldung vom 13. Dezember 2016, 14:44 Uhr

Am 14. Dezember wird voraussichtlich die 200. Bombe seit der Wende im Stadtgebiet Oranienburgs unschädlich gemacht. Im zweiten Weltkrieg wurden über 10 000 Bomben auf die Kreisstadt abgeworfen, um die damals ansässige Rüstungsindustrie zu treffen – viele der Bomben mit gefährlichem Langzeitzünder. Noch heute werden etwa 300 Bomben im Boden der Stadt vermutet. Viele Millionen Euro haben das Land Brandenburg und die Stadt Oranienburg seitdem in die Beseitigung der explosiven Kriegsaltlast gesteckt.

Von den bisher bekannten 199 Sprengbomben hatten 114 einen chemischen Langzeitzünder. 95 Bomben konnte der Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg (KMBD) bisher entschärfen, zwei Bomben sind selbst detoniert – und haben glücklicherweise nicht zu schweren Verletzungen in der Bevölkerung geführt. Seit 1991 bis heute wurden insgesamt an elf Tagen jeweils gleich zwei Bomben entschärft. Am 27. November 2015 waren es sogar vier. 23 Bomben mussten gesprengt werden, weil eine Entschärfung nicht möglich war. 81 Bombenkörper konnten ohne weitere Maßnahmen abtransportiert werden.

Zahlen und Fakten

25.09.2009: Bei der 150. Maßnahme musste eine 250-Kilogramm-Bombe amerikanischen Typs mit chemischem Langzeitzünder auf dem Grundstück Weißenfelser Straße/Gefahrenlage 5 gesprengt werden.

Seit der Wende gab es zwei Wasser-Sprengungen: am 3. Mai 1993 wurde eine amerikanische Bombe mit chemischem Landzeitzünder im Lehnitzsee gesprengt. Mehr als zehn Jahre später, am 9. Dezember 2005, wurde eine Bombe gleichen Typs in der Havel gesprengt.

Besonders eindrucksvoll waren Öffnungen unter Gebäuden z.B. in einer Kita in der Kitzbühler Straße, in einem Wohnblock in der Straße „Zum Schloßpark“ oder in der Albert-Buchmann-Straße. Das heißt, es wurde im Keller eine mehrere Meter tiefe Grube gegraben, um die Anomalie zu bestimmen und ggf. eine festgestellte Bombe zu entschärfen. Die schwierige Entschärfung unter dem Hauptheizhaus der Stadtwerke am 9. November 1997 war auch ein solcher Fall.

Am 18. September 1997 wurde eine 250-Kilogramm-Bombe in einem Hortgebäude in der Innsbrucker Straße entschärft. Sie lag in wenigen Metern Tiefe direkt unter einer Treppe, über die die Kinder täglich liefen.

Quelle: Stadt Oranienburg

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