Energiewechsel

Prenzlau: Bürgermeister Hendrik Sommer – „Wir tun alles, um die Situation zu optimieren“

Pressemeldung vom 16. November 2011, 09:05 Uhr

Allumfassender Hochwasserschutz kaum machbar

Prenzlau (spz). „Auch wenn wir in diesem Jahr in Sachen Regen glimpflich davon gekommen sind, ist das Thema Hochwasserschutz im Rathaus weiter aktuell“, sagt Bürgermeister Hendrik Sommer. So hatte er gemeinsam mit dem Wasser- und Bodenverband erst kürzlich Vertreter der Stadtverwaltung, des Landkreises, der Stadtwerke Prenzlau und des Landesamtes für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz sowie des Landesbetriebes Straßenwesen, betroffene Landwirte und das staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern mit Sitz in Ueckermünde zu einer Zusammenkunft ins Rathaus eingeladen. „Hochwasser macht bekanntlich vor Ländergrenzen nicht Halt. Deshalb auch die Teilnahme der Vertreter aus dem Nachbarland“, so Sommer. Diskutiert wurde, dass die Umweltbehörden beider Länder die Hochwasserrisiken auf Grund der EG – Hochwasserrisikomanagement – Richtlinie neu bewerten und bis 2015 entsprechende Managementpläne bearbeiten werden müssen. Als Vorstufe erfolgt eine Hochwasserrisikenkartierung, die Erstellung von Hochwassergefahren- und risikokarten ist bis Ende 2013 vorgesehen. Dabei soll eine länderübergreifende Abstimmung erfolgen. Der Zustand der Ucker und Uecker und ihrer Zuflüsse wird in diesem Rahmen untersucht. Dafür wird ein gesonderter Arbeitskreis mit Arbeitsgruppen eingerichtet. „Die Kollegen aus Mecklenburg-Vorpommern informierten, dass für den Zeitraum 2012 bis 2017 neue Wasserunterhaltungspläne erstellt werden. Sobald wir hier mehr wissen, werden die Stadtverordneten und die Öffentlichkeit von mir unterrichtet“, so das Stadtoberhaupt.
Der Vertreter des Landkreises hat in der Zusammenkunft durch die Arbeitsgruppe den Auftrag erhalten, nochmals die Stauhaltung der Uckerseen zu untersuchen, um ein hier vorhandenes Potential für Wasserrückhaltemöglichkeiten bei Starkregen unter Berücksichtigung der Interessen aller Seenutzer auszuloten.
Axel Pietschmann, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes „Uckerseen“, informierte über die Aktivitäten für den Bereich Ucker. So wurde eine zweite Krautung der Ucker durchgeführt und es erfolgten regelmäßige Baumkontrollen entlang der Ucker. Resultierend aus diesen Bestandsaufnahmen kommt es in Kürze zu Ufer-Baumschnittmaßnahmen im Bereich der ehemaligen Klärteiche der Zuckerfabrik.
Außerdem wurden Baumaßnahmen im Bereich des Quillow durchgeführt. Sie haben zum Ziel, einen verbesserten Abfluss aus dem so genannten Faulen Graben in den Quillow zu gewährleisten. Die Arbeitsgruppe beriet weiterhin über notwendige Ausbaggerungen im gleichen Flussabschnitt der Ucker. Hierbei ist die Finanzierung jedoch noch offen.
„Thematisiert wurde natürlich auch die Hochwasserproblematik in der Neubrandenburger Straße. Der Bereich, der sich als ein großes Becken darstellt, hat auf der einen Seite die Abflussprobleme des Wassers, auf der anderen Seite befürchten einige Fachleute, dass bei neuen und vor allem sehr teuren Entwässerungsmaßnahmen, die in der Neubrandenburger Straße realisiert werden müssten, es zu Setzungserscheinungen des Moorbodens auf der B 198 und bei den anliegenden Häusern kommen könnte. Zusätzlich ist rechtlich ungeklärt, wer für diese Maßnahme zuständig ist und diese damit auch finanzieren müsste.“ Als relativ einfach scheinende Möglichkeit haben Teilnehmer in der Runde vorgeschlagen, Flutungsflächen zu schaffen, indem entsprechende, derzeit als Gartenflächen genutzte Bereiche entlang des Faulen Grabens, künftig nicht mehr verpachtet werden sollen. Da es sich hier um verschiedene Eigentümer handelt, stellt sich jedoch auch in diesem Falle die Umsetzung als nicht ganz einfaches Thema dar.
„Das Gesamtthema wird also auch weiterhin aktuell bleiben“, sagt Sommer. Er bittet zugleich um Verständnis: „Ein allumfassender Hochwasserschutz ist angesichts der von Experten angekündigten Klimaveränderungen kaum möglich. Wir tun alles, um die Situation zu optimieren. Ganz auszuschließen sind Probleme auch in Zukunft nicht.“

Quelle: Kreisstadt Prenzlau

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