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Prenzlau: Günter Baaske verleiht „Brandenburger Familienpreis 2010

Pressemeldung vom 30. November 2010, 14:09 Uhr

Neun Projekte für starke Familien“ Prenzlauer „Essenpaten“ wurden ausgezeichnet

Potsdam/Prenzlau (spz). Für das Projekt „Essenpaten“ wurde die Stadt Prenzlau jetzt mit dem erstmals vergebenen „Brandenburger Familienpreis“ ausgezeichnet. Sozial- und Familienminister Günter Baaske verlieh den Preis an insgesamt neun Projekte. Baaske sagte beim Festakt in der Potsdamer Staatskanzlei: „Familienfreundlichkeit kann man nicht per Gesetz beschließen oder mit Geld kaufen – sie muss vor Ort von Menschen geschaffen und gelebt werden. In den vergangenen 20 Jahren sind in Brandenburg viele Strukturen für Familien gewachsen. Heute ist Brandenburg ein Familienland.“
Der neue Preis wird im zweijährigen Wechsel zum seit 1998 bestehenden Wettbewerb „Familienfreundliche Gemeinde“ vergeben. Baaske: „Die beiden Preise ergänzen sich hervorragend, da sie jeweils unterschiedliche Adressaten erreichen – aber immer mit einem Ziel: Im Interesse der Brandenburger Familien.“
Mit dem Familienpreis werden Aktivitäten ausgezeichnet, die Alleinerziehende, kinderreiche Familien oder Familien mit Migrationshintergrund unterstützen. 48 Projekte haben sich für den Preis beworben. Eine Jury aus Mitgliedern des Landesbeirates für Familienpolitik, der Netzwerke Gesunde Kinder, der Lokalen Bündnisse für Familie, der Familienverbände sowie der Bildungs- und Familienministerien wählte die Gewinner aus.
Günter Baaske: „Die Preisträger zeigen eindrucksvoll, wie in den verschiedensten Bereichen benachteiligte Kinder und Familien unterstützt werden können. Ich möchte vor allem den vielen ehrenamtlichen Helfern danken, die sich neben ihrem Beruf für ihre Mitmenschen selbstlos einsetzen. Ein funktionierender Sozialstaat wäre ohne solch ein Engagement nicht denkbar.“
Er dankte auch allen Sponsoren, die den Familienpreis ermöglicht haben.
Das Prenzlauer Projekt ging aus einer Privatinitiative hervor. Zahnarzt Andreas Beimler entschloss sich gemeinsam mit seiner Frau, ein sozial benachteiligtes Kind mit einer Essenpatenschaft zu unterstützen und so dafür zu sorgen, dass die warme Mittagsmahlzeit in der Kita gesichert ist. Die Idee machte Schule, wurde von der Stadt aufgegriffen, publik gemacht und entwickelte sich zu einem ganz eigenen Projekt, an dem mittlerweile 43 Paten beteiligt sind, um für bislang 59 bedürftige Kinder das Essen in der Einrichtung zu sichern. „Es sind längst nicht nur Unternehmer und sogenannte ‚Besserverdienende‘, die Patenschaften übernommen haben“, freut sich Bürgermeister Hendrik Sommer, der selbst Pate ist, über die Resonanz. „Denen, die helfen, geht es darum, dass Kinder, die nichts dafür können, dass bei ihnen zu Hause der Gürtel oftmals viel enger als anderswo geschnallt werden muss, nicht zusehen müssen, wenn ihre Altersgefährten in Kita oder Hort vor gefüllten Tellern sitzen. Dabei geht es nicht nur um die Frage einer sozialen Ausgrenzung, sondern auch die der gesunden Ernährung.“
Jetzt wird per Los entschieden, welche der unterstützten Prenzlauer Familien den Preis erhält und sich nicht nur über die Patenschaft, sondern zudem auf einen Ausflug ins Sport & Spa Resort A-Rosa am Scharmützelsee freuen darf. „Wir werden in Absprache mit der Familie entscheiden, ob wir den Namen bekannt geben“, so Sommer, der die Privatsphäre der Betroffenen schützen will.

Weitere Gewinner des „Familienpreises Brandenburg 2010“ sind:
Peggy Block – Online-Portal www.bilingi.de<http://www.bilingi.de/>, Teltow: Kostenfreies bilinguales Portal, z. B. zur Vermittlung muttersprachlicher Kinderbetreuung. Multikulturelles, modernes Medium, das auch Kontakte der Eltern untereinander ermöglicht. Sehr gute Unterstützung für Familien zur Vereinbarkeit mit Erwerbsleben. 8 000 Eltern haben sich registriert.

Wohnungsgesellschaft Erkner mbH – Familienfreundliches Unternehmen, Erkner: Das Unternehmen spendet pro Jahr rund 22 000 Euro an Vereine und Schulen in Erkner. Außerdem bekommen Mieter der Wohnungsgesellschaft bis zu 1 000 Euro bei der Geburt eines Kindes erlassen.

Freiwilligenagentur Cottbus – „Wunschgroßeltern-Dienst“, Cottbus: Generationsprojekt für Familien. Situationen, in denen Familien in Not sind, werden durch schnelle und unkomplizierte Betreuung gelöst. Neben der Kinderbetreuung sind die Wunschgroßeltern auch in Fragen der Erziehung eingebunden.

Kinderland Dollenchen e. V. – „Familienfreundliches Dorf“, Sallgast, OT Dollenchen: Mit dem Ziel, familien- und kinderfreundliche Gemeinde zu werden, sind viele Angebote für die Einwohner des Ortsteils Dollenchen organisiert worden, z.B. Vermittlung von Kinderbetreuung, Organisation von wichtigen Einkäufen oder Mitfahrgelegenheiten.

Arbeitslosen-Service-Einrichtung Herzberg – „Kindertisch Herzberg“, Herzberg: Kinder aus erwerbsschwachen, kinderreichen Familien kochen unter Anleitung gesundes Essen.

Frankfurter Arbeitsloseninitiative e. V. – Kindertafel „Koch mir was“, Frankfurt (Oder): 15 junge, alleinerziehende Mütter erlernen hauswirtschaftliche Tätigkeiten. Dabei bereiten sie unter anderem jeden Morgen bis zu 100 gesunde Frühstücksbeutel zu, die an zwei Frankfurter Schulen verteilt werden.

Edith Clemens – „Lernstübchen im Haus der Familie e. V.“, Guben: Als Partnerin im Lokalen Bündnis für Familie Guben betreut die Pädagogin nicht nur Grundschüler, sondern die ganze Familie. Anders als im traditionellen Nachhilfeunterricht geht es nicht darum, Unterrichtsstoff nachzuholen, sondern um das Vermitteln von Grundlagen für das Lernen.

Kinder-, Jugend- und Familienbüro der Stadt Strausberg – Arbeitskreis „Kinderträume“, Strausberg: Im Arbeitskreis engagieren sich Bürgerinnen und Bürger der Stadt Strausberg. Sie sammeln Spenden, mit denen Kinder aus einkommensschwachen, kinderreichen, Einelternfamilien oder Familien mit Migrationshintergrund selbst gewählte Freizeitaktivitäten finanzieren können.

Quelle: Kreisstadt Prenzlau

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