Energiewechsel

Prenzlau: Jugendliche sollen dies- und jenseits der Oder lernen

Pressemeldung vom 14. März 2013, 11:39 Uhr

Partnerstädte planen Azubi-Austausch

Prenzlau (spz). Die Perspektiven einer künftigen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen Prenzlau und Barlinek (Polen) war zentrales Thema eines Besuches, zu dem kürzlich Bürgermeister Hendrik Sommer, begleitet von Wilfried Wandel vom Bundesverband Mittelständische Wirtschaft, Silvio Moritz, Geschäftsführer der ICU, Büroleiterin Anett Hilpert und Silke Liebher, Leiterin Wirtschaftsförderung der Stadt Prenzlau, in die Partnerstadt jenseits der Oder fuhren.
„Die intensivere Kooperation, gerade auf wirtschaftlichem Gebiet, ist in unser beider Interesse“, so Bürgermeister Hendrik Sommer, der in dieser Aussage von Barlineks Bürgermeister Zygmunt Siarkiewicz unterstützt wird. Siarkiewicz, der den Gästen aus Deutschland die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung Barlinek vorstellte, verwies auf ähnliche Probleme, mit denen man sich auseinanderzusetzen habe: die Folgen der demografischen Entwicklung, die sich ausdrücken in Arbeitslosigkeit, Überalterung und Abwanderung der jungen Generationen. Dies seien Faktoren, die bei der weiteren strategischen Ausrichtung der Region eine wichtige Rolle spielen und auf die man vor allem reagieren müsse. Einen wichtigen Ansatz sieht man dabei in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. So plant man in Barlinek den Aufbau eines Service- und Beratungszentrums, eine engere Zusammenarbeit der Agenturen für Arbeit, grenzüberschreitende Kontakte regionaler Unternehmen und die Förderung des beruflichen Austausches junger Leute.
Gerade der Blick auf den Fachkräftenachwuchs, so Prenzlaus Stadtoberhaupt, sei wichtig für künftige Weichenstellungen. Daher spreche auch er sich vehement für den bilateralen Austausch in der Ausbildungszeit aus. Ein entsprechender Projektvorschlag liege bereits vor.
„Obwohl Barlinek nicht weit von Prenzlau entfernt ist, gelten Polnischkenntnisse, geschweige denn das Absolvieren einer Ausbildung im Nachbarland hierzulande noch als exotisch. Dass es heute aber längst nicht mehr ausreicht, sich ausschließlich für den heimischen Ausbildungsmarkt zu qualifizieren, hat das Projekt ‚Bilateraler Auszubildenden-Austausch: Prenzlau-Barlinek‘ gezeigt. Das Projekt soll die kulturellen und wirtschaftlichen Verflechtungen beider Nachbarländer intensivieren und langfristig festigen. Auszubildende sollen die Chance erhalten, einen mehrwöchigen Teil der Ausbildung in Polen zu verbringen. Das Projekt verfolgt den Ansatz, die polnische Sprachlücke in der deutschen Berufsbildung zu schließen und gleichzeitig berufliche Mobilität zu fördern. Vielen Deutschen ist der Osten leider noch fremd und es herrschen viele Vorurteile und das, obwohl es zwischen beiden mitteleuropäischen Ländern viele verbindende Ziele und Werte gibt“, erläutert Silke Liebher die Idee des Austauschprojektes. Danach sollen Unternehmen zu Brückenbauern zwischen jungen Menschen aus Prenzlau und Barlinek werden. „Zielgruppe sind Auszubildende zum Kaufmann bzw. zur Kauffrau für Bürokommunikation, der Branchen ‚Metallerzeugung und Metallverarbeitung‘ und ‚Ernährungswirtschaft‘.
Sprachliches und soziokulturelles Verständnis böten – darin ist man sich einig – beste berufliche Startchancen in ein buntes und offenes Europa mit wachsendem Arbeitsmarkt. „Gerade für Unternehmen aus der Prenzlauer Wirtschaftsregion, die den Blick nach Osten richten und neue Marktchancen nutzen wollen, sind Polnischkenntnisse und internationales Fachwissen ihrer Mitarbeiter wichtige Wettbewerbsfaktoren. Dasselbe gilt für die polnischen Wirtschaftspartner. Denn Fakt ist: Heute gehört Polen zusammen mit der Tschechischen Republik zu den wichtigsten Handelspartnern Deutschlands in Mittel- und Osteuropa und umgekehrt ist Deutschland der wichtigste Handelspartner Polens“, macht Sommer deutlich.
In Barlinek stösst die Idee auf offene Ohren; Bürgermeister Siarkiewicz bezeichnet es als „passgenau“.
Jetzt sollen die Voraussetzungen zur Realisierung des Projektes geklärt und interessierte Wirtschaftspartner gefunden werden. Eine besondere Rolle nimmt hier der Bundesverband Mittelständische Wirtschaft ein. Als nächster Termin für ein Treffen ist das Inkontakt-Wochenende anvisiert. „Die nächsten Wochen werden wir nutzen, um unser beidseitiges Interesse in den verschiedenen Prenzlauer Wirtschaftsnetzwerken vorzustellen und interessierte Unternehmen zur Teilnahme zu gewinnen. Eine erste Rückmeldung kann durch uns Anfang April erwartet werden“, so Silke Liebher, die bei der Stadt Prenzlau für die Koordination verantwortlich zeichnet. Kontakt: Wirtschaftsförderung Stadt Prenzlau, Tel. 03984 / 75 30 23; Mail: wirtschaftsfoerderung@prenzlau.de<mailto:wirtschaftsfoerderung@prenzlau.de>.

Quelle: Stadt Prenzlau

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