Energiewechsel

Prenzlau: Neue Verweilplätze entstanden

Pressemeldung vom 21. August 2015, 08:47 Uhr

Bürgermeister hofft auf Nachahmer

Prenzlau (spz). Manchmal möchte man meinen, in Prenzlau seien die Heinzelmännchen unterwegs. Über Nacht, so kommt es einem vor, entstehen immer mal wieder neue Sitz- und Verweilgelegenheiten. Hier ein kleiner Ratsplatz, dort eine Bank, an anderer Stelle aus Holz gezimmerte Relax-Stühle. Dahinter steckt Eckhard Kroll mit seinem AgsA-Verein. Von Ruhestand kann bei ihm keine Rede sein. Er ist immer unterwegs. Allein schon deshalb, weil er in den Sommermonaten täglich die Kap-Badestellen inspiziert und nicht selten den Müll derer, die die schönen Anlagen genutzt haben, ihren Abfall aber achtlos liegen ließen, wegräumt. Was das anbelangt, ist Kroll aber zuversichtlich. Steter Tropfen höhlt den Stein. Denkt er sich und sagt: „Ich habe ja Helfer. Die aktiven Naturfreunde, zu deren Truppe ich auch gehöre, unterstützen mich und passen auch mit auf, dass nicht zu viel herum liegt. Das Beispiel macht Schule. Ich habe das Gefühl, dass es mit dem herumliegenden Abfall, gerade im Bereich der Uckerpromenade und am Kap, weniger geworden ist.“
Doch Ordnung und Sauberkeit sind nur ein Teil dessen, womit sich Eckhard Kroll in seinem Rentneralltag beschäftigt. Zudem betreut er im AgsA-Verein junge Leute, die sozial benachteiligt sind, vielleicht auch einmal strauchelten und Mist bauten und denen er eine Chance und das Gefühl, gebraucht zu werden, bieten will. Das macht er jetzt seit zehn Jahren. Profitieren können davon nicht nur die jungen Leute, die er in seiner Holzwerkstatt betreut. Auch die Allgemeinheit hat etwas davon. Denn unter der Anleitung von Eckhard Kroll werden immer wieder neue Projekte realisiert. Oft auch unterstützt durch andere Senioren, die den AgsA-Verein in seinem Engagement unterstützen wollen. So entstand als Gemeinschaftswerk des Rentners Eckhard Koch mit Detlef Pritzkow, einem Maßnahmeteilnehmer, jene Sitzgruppe, die seit Mittwoch dieser Woche neben dem Kinderspielplatz an der Uckerpromenade zu finden ist. Der Dank aber, so räumt Eckhard Kroll bei der Übergabe ein, gebühre nicht ihm allein. „Solch eine Sitzgruppe kostet Geld“, stellt er klar und verweist auf Toralf Graap. Der Rechtsanwalt ist nicht nur seit fünf Jahren Krolls Stellvertreter im Verein, sondern hat jetzt auch 670 Euro auf den Tisch geblättert, um die Sitzgruppe zu finanzieren. Im Verein ist er aktiv, weil er das Engagement Krolls für junge Leute, die eine Chance verdienen und denen man das Gefühl vermitteln muss, dass auch sie imstande sind, Werte zu schaffen und etwas Sinnvolles zu tun, schätzt und unterstützt. „Ich habe auch schon straffällig gewordene Jugendliche, die ich als Anwalt selbst vertreten habe, zum Verein geschickt und bin überzeugt, dass ihnen das, was sie hier tun, gut tut und sie dabei lernen können.“ Das finanzielle Engagement, das sich nun in der Sitzgruppe ausdrückt, könnte, so hofft Bürgermeister Hendrik Sommer, beispielgebend sein. „Vielleicht finden sich ja noch andere, die auf diese sehr schöne Weise Zeichen in der Stadt setzen wollen.“
Zwei weitere Sitzgruppen übrigens haben Eckhard Kroll und sein Team in diesen Tagen am Kap, unterhalb der Gaststätte, sowie in der Kleinen Heide am Ratssee errichtet.

Quelle: Stadt Prenzlau

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