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Prenzlau: Schließung der Geburtenstation Krankenhaus Prenzlau

Pressemeldung vom 6. Dezember 2010, 08:52 Uhr

Prenzlau (spz). Mit großer Bestürzung nimmt die Verwaltungsspitze der Stadt Prenzlau die Entscheidung zur Schließung der Geburtenstation des Krankenhauses in Prenzlau zur Kenntnis.
Dies bedeutet künftig für Geburten aus Prenzlau und dem Umland weitere weite Wege, denn somit werden die Geburten wohl verstärkt in Neubrandenburg, Pasewalk
(wohlgemerkt nicht in Brandenburg, sondern in Mecklenburg-Vorpommern) und in Schwedt/0. oder Templin stattfinden. Somit wird der bereits vor Jahren falsch
eingeschlagene Weg der Benachteiligung eines kommunalen Unternehmens bis zur bitteren Konsequenz beschritten. Damit einher geht die Schwächung des Mittelzentrums
Prenzlau und wichtigen Ankers im peripheren ländlichen Raum.
Eine betriebswirtschaftliche Festlegung bedeutet letztendlich das Aus der Geburtenstation. Die Art und Weise der Steuerung seitens der GLG in den letzten Jahren ließ die Geburtenstation immer wieder zum Thema werden.
Völlig unverständlich ist die Schließung der Geburtsstation vor dem Hintergrund der Tatsache, dass erst jüngst kräftig in den Kreißsaal investiert wurde.
Leider haben die Einwendungen und vielen Gespräche nichts genutzt. Die Stadt hatte bislang auf ihr Unterstützungsschreiben an die Staatskanzlei seit Wochen keine
Rückantwort erhalten. Nun sind bezüglich der Geburtsstation vollendete Tatsachen geschaffen worden.
Die Stadt Prenzlau sieht diese Entwicklung als Tiefschlag, weil damit ein weiterer Anreiz zur Abwanderung von jungen Leuten aus der Region geschaffen wurde. Was soll gut
ausgebildete Fachkräfte, die in der Uckermark so dringend gebraucht werden, dazu anregen, sich in der Region niederzulassen, wenn es bereits beim Thema
Familienbildung eine große Hürde gibt. Der Ort der Geburt eines Kindes ist eine, wenn nicht die wichtigste Prägung für die gesamte weitere persönliche Entwicklung.
Für Prenzlau bedeutet dies einen weiteren Verlust von jungen Leuten, die das Thema Familiengründung fest im Blick haben. Nach den im Kreistag zur Beschlussfassung
anstehenden und vom Land verordneten Schulschließungen in Gartz und Lychen ist die Schließung der Geburtenstation ein dritter dramatischer und unwiderruflicher Abbau an
lebenswichtiger Daseinsvorsorge.
Künftig wird es also für die jungen Prenzlauer heißen: wohnhaft in Prenzlau, geboren in Pasewalk, Neubrandenburg (oder auf der B 109 oder B 198). Gerade jetzt ist es besonders wichtig, die interkommunale Zusammenarbeit weiter zu verstärken und hier vor Ort Lösungsmöglichkeiten zum Erhalt und zur Stärkung der noch vorhandenen Bereiche des Prenzlauer Krankenhauses aufzuzeigen.

Quelle: Kreisstadt Prenzlau

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