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Teltow-Fläming: Der diesjährige Archäologentag Teltow-Fläming findet am 14. Februar 2016 um 10 Uhr im Kreishaus in Luckenwalde statt

Pressemeldung vom 15. Januar 2016, 09:30 Uhr

Erneut verspricht er interessante Themen

Ein Team der Christian-Albrechts-Universität Kiel erforscht seit mehreren Jahren Siedlungsplätze der Jungsteinzeit am Rand der Nuthe südlich von Jüterbog. Weil dort fruchtbare Böden vorhanden sind, wurden schon ab 5000 v. Chr. dörfliche Siedlungen errichtet. Neue geomagnetische Untersuchungen verdeutlichen nunmehr die Größe und räumliche Ausdehnung dieser Fundstellen. Darüber berichten Carsten Mischka und Richard Wetzel.

Gleich zwei Vorträge widmen sich Funden aus der Bronzezeit. In der Marienfelder Straße von Mahlow konnten die Archäologen etliche Siedlungsgruben dokumentieren, die zahlreiche Keramikfunde enthielten. Im Wald zwischen Petkus und Wahlsdorf wurden mehrere Bestattungen der späten Bronzezeit entdeckt. Dabei handelt es sich um Tongefäße, die mit menschlicher Knochenasche gefüllt waren. Über die Ausgrabungen, die beim Bau von Windkraftanlagen stattfanden, berichtet Jacob Hogarth.

Spannende Einblicke in die mittelalterliche Geschichte von Baruth verspricht der Vortrag von Ulrich Wiegmann. Bei der Neugestaltung des Walther-Rathenau-Platzes vor der Kirche St. Sebastian wurden nicht nur die Fundamente der Vorkriegsbebauung aufgedeckt. In den hinteren Grundstücksbereichen fanden sich mittelalterliche Keramikreste, hölzerne Bohlenwege und Hinweise auf handwerkliche Aktivitäten. Ein Highlight ist die Aufdeckung eines 8 x 8 m großen mittelalterlichen Turmfundamentes unmittelbar südlich des heutigen Doppelturms.

In Dahlewitz stieß man bei Bauarbeiten auf einen spätmittelalterlichen Feldsteinkeller, der völlig mit Brandschutt verfüllt war. Aus der Füllung wurden Keramikscherben, Fragmente von Dachziegeln und Glasreste geborgen. Die Funde und die Größe des Kellers deuten auf einen wohlhabenden Besitzer hin. Uwe Müller berichtet über die Untersuchungen zur Baugeschichte des Kellers.

Für die Neue Abtei von Kloster Zinna plant man die Neugestaltung der Ausstellung. Dazu prüfte man, ob sich die Fußbodenhöhen ändern lassen, um die Raumübergänge besser zu gestalten. In den Suchlöchern ließen sich Baubefunde wie Türgewände und historische Fußböden dokumentieren. Im Aushub machte man Funde aus der Renaissancezeit: Kachelfragmente, bemalte Putzreste und zerfressene Akten aus einem Mäusenest.

In das frühe 20. Jahrhundert führt der Vortrag von Torsten Dressler. Derzeit wird in Wünsdorf ein Aufnahmelager für Asylbewerber hergerichtet. Die Erdeingriffe für Leitungen und den Straßenbau tangieren das so genannte Halbmondlager – ein Kriegsgefangenenlager des 1. Weltkrieges. Neben Barackenbauten wurde in dem Lager auch eine hölzerne Moschee errichtet, damit die Muslime damals ihre Religion ausüben konnten. Mehrere Funde wie buntes Fensterglas und Eisenkrampen stammen sehr wahrscheinlich von diesem Bau.

Begleitend zum Archäologentag findet wieder ein Treffen ehrenamtlicher Denkmalpfleger statt. Derzeit üben 20 Bürgerinnen und Bürger eine solche Funktion aus und unterstützen damit die archäologische Denkmalpflege in der Region. Sie untersuchen und kartieren in ihrer Freizeit bekannte archäologische Fundstellen und sammeln dort Oberflächenfunde, zum Beispiel Feuersteingeräte oder Tonscherben. In den vergangenen Jahren gelang es, durch die Betreuung von Schüler- und Studienpraktikanten auch junge Leute für dieses Ehrenamt zu gewinnen.

Ein Rahmenprogramm bietet Abwechslung für Jung und Alt: es gibt ein Schülerquiz mit Preisen und mehrere Stände bieten antiquarische und neue Literatur zur Archäologie an. Auch die Archäologische Gesellschaft in Berlin und Brandenburg e. V. und die Untere Denkmalschutzbehörde informieren über ihre Aktivitäten und Publikationen.

Der Eintritt ist kostenlos; Einlass ist ab 9.15 Uhr.

Quelle: Landkreis Teltow-Fläming

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