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Teltow-Fläming: Der Gefahr begegnen – Tierseuchenübung im Landkreis Teltow-Fläming

Pressemeldung vom 26. Mai 2011, 08:32 Uhr

Verdacht auf Maul- und Klauenseuche bei einer Schafherde in Schöneweide! Mit diesen Worten alarmierte ein Tierarzt das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises Teltow-Fläming am 23. Mai 2011. Zum Glück handelte es sich nur um eine Übung, denn der wirkliche Ausbruch dieser für den Menschen zwar ungefährlichen, jedoch hoch ansteckenden Tierseuche zöge umfangreiche Maßnahmen und weitreichende Konsequenzen nach sich.

Tierseuchenübung 2011

Die Planung und Umsetzung der nun erforderlichen Maßnahmen übten das Veterinäramt und weitere Einsatzkräfte der Kreisverwaltung vom 23. bis 25. Mai 2011. Dafür wurde der Katastrophenschutzstab des Landkreises einberufen. Hier sind Verantwortliche der Kreisverwaltung, der Polizei, der Feuerwehr, des Rettungswesens und anderer Kräfte vereint, um im Ernstfall schnell alle notwendigen Schritte koordinieren zu können.

Stützen konnte sich das Team auf die Erfahrungen aus einer ähnlichen Übung des Veterinäramtes aus dem Jahr 2010. Waren damals in erster Linie Amt und Tierhalter gefragt, so ging es diesmal um mehr. Geklärt werden mussten beispielsweise folgende Fragen: Wie groß ist der einzurichtende Sperrbezirk? Wie viele Tierhalter sind durch Mitarbeiter des Veterinäramtes aufzusuchen, um alle ansteckungsfähigen Tiere zu untersuchen? Wie lange dauert das und wer kann helfen? Welches Probematerial ist auf welchem Hof zu entnehmen und wie wird dieses transportiert? Wer kümmert sich um die Sorgen der Landwirte? Wer informiert die Bürger?

Gemeinsam Aufgaben lösen

Im Ernstfall wären anfangs 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Veterinäramtes, unterstützt von Tierärzten aus der Region, im Einsatz. Dann gilt es, Blutproben der Tiere zu nehmen und untersuchen zu lassen, den Tierbestand zu erfassen und den Weg der Tiere und der eventuell bereits produzierten Nahrungsmittel nachzuverfolgen. Nötig ist dies, um einen anderswo vielleicht unerkannten Ausbruch der Maul- und Klauenseuche zu entdecken und ihre Verbreitung zu verhindern. Aus diesem Grund muss schnell gehandelt werden.

Mit der Sicherung des Sperr- und Beobachtungsgebiets rund um die von der Tierseuche befallenen Höfe und der Kontrolle des Zutritts werden Straßenverkehrsamt und Polizei sowie die örtlichen Ordnungsämter betraut. Dabei müssen Einschränkungen im Personen- und Fahrzeugverkehr eingeplant und kommuniziert werden. Einsatzkräfte sind mit Schutzkleidung auszurüsten und auch zu verpflegen, Proben sind ins Landeslabor zu transportieren, Material ist zu entsorgen. Auch die Tötung erkrankter Tierbestände und Entsorgung der Kadaver muss organisiert werden. Damit die Tierseuche sich nicht weiter ausbreitet, müssen auf den befallen Höfen Ratten und andere Schadnager vernichtet werden. Verweigert ein Tierhalter den Einsatzkräften den Zutritt zu seinem Hof, ist die Amtshilfe der Polizei gefragt.

Während der Übung waren drei Teams an verschiedenen Orten im Landkreis tätig.
Das Team Bekämpfung entnahm beim Schafhalter in Schöneweide unter Bedingungen, wie sie beim Verdacht auf eine Tierseuche einzuhalten sind, Blutproben. Diese werden routinemäßig im Landeslabor auf andere untersuchungspflichtige Tierseuchen getestet.

Das Team Schätzung erfasste in einem Milchviehbestand in Gottow die Daten von 20 Milchkühen mit entsprechender Dokumentation. Durch diese Schätzung wird im Ernstfall der gemeine Wert des Tierbestandes ermittelt, den der Tierhalter von der Tierseuchenkasse zum Aufbau einer neuen Herde erhält.

Das Team Epidemiologie verfolgte in einer Fleischerei in Petkus den Weg von Fleisch- und Wurstwaren für den fiktiven Zeitraum eines angenommenen Schlachttages von Schafen aus dem Ausgangsbetrieb bis zum Tag der Übung.

Die wenigen im Amt verbliebenen Mitarbeiter nahmen alle Meldungen von außen entgegen, erarbeiteten Verfügungen und vervollständigten die Lagekarten.

Ergebnis der Übung

Positive Erfahrungen haben die Einsatzkräfte bereits bei anderen Gefahrenlagen mit der Ansiedlung des Lagezentrums in der Kreisverwaltung gemacht. Das operative Krisenzentrum hingegen, in dem Mensch und Material „umgeschlagen“ werden, wäre im Feuerwehrtechnischen Zentrum des Landkreises gut untergebracht, so das Ergebnis der aktuellen und Gegenstand einer nächsten Übung.

„Insgesamt kann eingeschätzt werden, dass der Landkreis Teltow-Fläming auf eine Tierseuche vorbereitet ist. Die Mitarbeiter können sofort gezielt an die Arbeit gehen. Natürlich sind auch bei dieser Übung wieder Fragen aufgetreten, über die noch nie jemand nachgedacht hat, aber nach der Übung ist für das Veterinäramt vor der Übung…“, so Amtstierärztin Dr. Silke Neuling.

Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt sowie der Krisenstab des Landkreises Teltow-Fläming bedanken sich bei allen Helfern in Gottow, Schöneweide und Petkus für die Unterstützung sowie ihre Fragen und Anregungen.

Quelle: Landkreis Teltow-Fläming

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