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Teltow-Fläming: Im Landkreis Teltow-Fläming gibt es ca. 1000 Baudenkmale sowie über 1.400 bekannte Bodendenkmale

Pressemeldung vom 11. Juni 2013, 13:32 Uhr

Einige von ihnen werden im Denkmalschutzkalender 2013 vorgestellt. Ergänzend dazu erläutert die Denkmalschutzbehörde Teltow-Fläming das jeweilige Denkmal des Monats etwas näher, um den Blick des Betrachters einmal mehr für bewahrenswerte Bauten der Region schärfen.

Das Juni-Kalenderblatt widmet sich dem sowjetischen Ehrenfriedhof in Baruth/Mark. Nördlich der Stadt befindet sich an der Bundesstraße 96 eine der größten und bedeutendsten russischen Kriegsgräberstätten in Brandenburg. Der Ehrenfriedhof wurde 1946/1947 nach einem Entwurf von Ingenieur-Leutnant Viktorow angelegt. Hier wurden mehr als 1200 sowjetische Soldaten beigesetzt, die 1945 im Halber Kessel ums Leben gekommen sind. Der Friedhof gehört zu den vier größten der insgesamt rund 250 russischen Kriegsgräberstätten im Land Brandenburg.
Im Zentrum der Anlage steht die Ehrenhalle mit dem 20 Meter hohen Obelisken. In der Ehrenhalle zeigen Reliefs Szenen aus dem Zweiten Weltkrieg. Sie veranschaulichen den erbitterten Kampf beim Übergang über den Teltowkanal und die Häuserkämpfe bei der Zerschlagung des letzten nationalsozialistischen Widerstands.

Auf der Rückseite der Ehrenhalle sind die Namen der gefallenen Soldaten und Offiziere auf schwarzem Marmor festgehalten. Der halbkreisförmige Haupteingang zur Straße wird von zwei sowjetischen T-34-Panzern auf Natursteinsockeln flankiert, die von 2004 bis 2005 von der Bundeswehr restauriert wurden.

Die Friedhofsanlage war seinerzeit in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand. Die wichtigsten Erhaltungsmaßnahmen konnten im Jahr 2007 in Angriff genommen werden, nachdem auch von russischer Seite Gelder bereitgestellt worden waren. 2010 wurden die Arbeiten abgeschlossen. Das Sanierungskonzept umfasste die Restaurierung der vorhandenen Mauern, Zäune, Grabstellen und Wege sowie die Konservierung der Reliefs. Besondere Sorgfalt wurde bei der Ergänzung von Fehlstellen den Gesichtern geschenkt. Auch die gärtnerische Gestaltung mit Stauden und die Einbettung der Grabstellen wurde im Zuge der Sanierung aufgefrischt.

Traurigerweise wurde der sowjetische Ehrenfriedhof von Baruth/Mark bereits mehrmals geschändet. Besondere öffentliche Abscheu erregte der Diebstahl von Namensplatten der Grabstellen, um das Metall zu verwerten. Die fehlenden Grabstellen wurden mit Platten aus einem Kunststoff-Material ergänzt, die von den ursprünglichen kaum zu unterscheiden, für Schrottdiebe aber unbrauchbar sind.

Der Friedhof hat wegen seiner Gestaltung und der Zahl der dort ruhenden Toten eine besondere Bedeutung im Verhältnis zu den Nachfolgestaaten der Sowjetunion und insbesondere zur Russischen Föderation.

Quelle: Landkreis Teltow-Fläming

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