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Teltow-Fläming: Im Landkreis Teltow-Fläming gibt es ca. 1000 Baudenkmale sowie über 1.400 bekannte Bodendenkmale

Pressemeldung vom 10. Juni 2015, 13:20 Uhr

Einige von ihnen werden im Denkmalschutzkalender 2015 vorgestellt

Ergänzend dazu erläutert die Denkmalschutzbehörde Teltow-Fläming das jeweilige Denkmal des Monats etwas näher, um den Blick des Betrachters einmal mehr für bewahrenswerte Bauten der Region zu schärfen.

Das Kalenderblatt im Juni 2015 widmet sich dem Hegemeisterhaus im denkmalgeschützten Museumsdorf Glashütte. Es besteht aus einem gut erhaltenen Komplex aus Arbeiterhäusern, der Schmiede, dem Schulhaus, den Produktionsstätten sowie Fachwerk- und Ziegelbauten, die in der Zeit zwischen ca. 1800 bis 1870 entstanden. In Glashütte, gelegen im Herzen des Baruther Urstromtals zwischen Spree und Fläming, wird seit 1716 Glas produziert. Das Hegemeisterhaus erstrahlt seit seiner Restaurierung in neuem Glanz. Um es in den Gesamtzusammenhang einordnen zu können, sei ein Blick in die Historie erlaubt: Im Jahr 1715 riss ein schwerer Sturm große Waldflächen in der Region südlich von Baruth nieder. Auf der Suche nach einer sinnvollen Nutzung des nun in Massen zur Verfügung stehenden Brenn- und Rohstoffes wurde der Bau einer Glashütte geplant. Waldbesitzer Graf Friedrich Sigismund zu Solms-Baruth berief den Glasmachermeister Bernsdorf aus der Lausitz zu sich, und am 23. März 1716 wurde der Vertrag zum Bau einer Glashütte unterzeichnet.

Neben diesen Aktivitäten zählte zu den herrschaftlichen Privilegien der Grafenfamilie die Jägerei. Mehrere Jagd- und Forstaufseher mussten mit ihren Familien untergebracht werden. Eines davon ist das in dieser Zeit in Fachwerk errichtete außerordentlich repräsentative Hegemeisterhaus, das älteste Gebäude in Glashütte.

Das eingeschossige, achtachsige Fachwerkhaus mit Krüppelwalmdach steht traufständig am Anger, aber zurückversetzt von der Straße. Das Haus ist nicht unterkellert. Der Hauseingang befindet sich in der Mittelachse des Gebäudes. Dendrochronologische Untersuchungen ergaben, dass das Bauholz 1715/16 geschlagen wurde. Größere Umbauten ausschließlich im Dachstuhl erfolgten um 1799. Um 1832 erhielt das Haus seine bis heute prägende Gestalt und Innenraumaufteilung mit den zur Straße ausgerichteten großen Stuben. Bevor der völlig marode Dachstuhl 2005 abgetragen werden musste, ließen die ehemals weiten Sparrenabstände mit Sicherheit vermuten, dass ursprünglich eine weiche Dachdeckung (Stroh) vorhanden war, die um 1799 aufgegeben wurde.

Am 30. September 1980 wurde die Baruther Glashütte wegen technischer Mängel und Baufälligkeit endgültig geschlossen und lag viele Jahre brach. Der nach der politischen Wende gegründete Verein Glashütte e. V./ Museumsverein Glashütte e. V. setzte sich stark für die Sanierung des Hegemeisterhauses ein. In den folgenden Jahren wurde dieses ortsbildprägende Gebäude denkmalpflegerisch mit öffentlichen Geldern instand gesetzt und gehört heute zu den Schmuckstücken des Denkmalbestandes im Kreis Teltow-Fläming.

Quelle: Landkreis Teltow-Fläming

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