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Teltow-Fläming: Im Landkreis Teltow-Fläming gibt es ca. 1000 Baudenkmale sowie über 1.400 bekannte Bodendenkmale

Pressemeldung vom 16. Oktober 2015, 08:17 Uhr

Einige von ihnen werden im Denkmalschutzkalender 2015 vorgestellt. Ergänzend dazu erläutert die Denkmalschutzbehörde Teltow-Fläming das jeweilige Denkmal des Monats etwas näher, um den Blick des Betrachters einmal mehr für bewahrenswerte Bauten der Region schärfen. Noch vom damaligen Rat des Kreises wurde am 27. Dezember 1989 das ehemalige Wohnhaus von Bruno Taut in der Dahlewitzer Wiesenstraße unter Denkmalschutz gestellt. 1926 und 1927 nach eigenem Entwurf gebaut und eingerichtet, ist das Gebäude eines der wenigen Einfamilienhäuser des Architekten. Ungewöhnliches Gebäude Die hier vollzogene radikale Form- und Farbgebung erläuterte er in der 1927 in der programmatischen Schrift „Ein Wohnhaus“. Das Gebäude wurde über dem ungewöhnlichen Grundriss eines Viertelkreises errichtet. Die abweisend wirkende Rundung stellte er gegen die Straße und gab ihr einen schwarzen Anstrich. Die weiß gestaltete Spitze mit dem Balkon hingegen richtete er „wie ein Schiff mit seinem Bug“ gegen die offene Landschaft. Im Volksmund wurde auch vom „schwarzen Haus“ und vom „Tortenstück“ gesprochen. Kontrastreiche Farbgebung, sparsame Möblierung. Aus der Kreisform ergaben sich schiefe Winkel im Innenbereich, was Taut jedoch als wesentliches Element des Wohnlichen schätzte. Die Räume gestaltete er kontrastreich. So hatte das so genannte „blaue Zimmer“, nach der Farbe seiner Wände so bezeichnet, eine gelbe Fensterseite. Das Wohnzimmer war weinrot und sandgrau gestaltet. Diese kräftigen, stark kontrastierenden Farben wurden im Zuge der Restaurierung in den 1990er-Jahren neu hervorgehoben. Die Möblierung hielt Taut denkbar sparsam. Auf kostbare Teppiche, Fenstervorhänge, Tischdecken und Wandbilder wurde völlig verzichtet. Er suchte die einfachste und wirtschaftlichste Form auch in seinem persönlichen Umfeld. Werke Tauts zählen zum Weltkulturerbe.Eigentlich machte sich der Reformarchitekt Bruno Taut (1880 bis 1938) einen Namen als Pionier des sozialen Wohnungsbaus. Vier von ihm konzipierte Berliner Siedlungen (u. a. die ab 1925 errichtete Hufeisensiedlung in Britz) wurden 2008 in die UNESCO-Weltkulturerbeliste aufgenommen. In dieser Zeit wurde auch das Äußere des Hauses wieder in seinen ursprünglichen Zustand versetzt. Das ehemalige Wohnhaus von Bruno Taut zählt zu den bedeutendsten Bauten der klassischen Moderne. Bezüglich Funktionalität und Ästhetik spiegelt es in idealtypischer Weise die Architekturauffassungen jener Architekturgeneration wider, die in den 1920er-Jahren mit neuen städtebaulichen Konzepten das Bauen revolutionierten. Künstlerische Begabung in einem Bau verwirklicht. Auch wenn Taut selbst vom „Typ“ eines Wohnhauses sprach, also eigentlich zur Nachahmung empfohlen, handelt es sich doch eher um das Privathaus eines Architekten, der hier seine ganze künstlerische Begabung in einem Bau verwirklichen konnte. Hier in Dahlewitz zeigt sich der Künstler Bruno Taut, ein Meister des farbigen Bauens, weshalb dem Wohnhaus die Bedeutung eines Künstlerhauses und Unikates beizumessen ist. Wegen seiner architektonischen, künstlerische Qualität und seiner hohen Authentizität ist das Taut-Haus ein bemerkenswertes Baudenkmal von nationaler Bedeutung. Es befindet sich seit vielen Jahren in Privatbesitz.

Quelle: Landkreis Teltow-Fläming

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