Energiewechsel

Teltow-Fläming: Im Landkreis Teltow-Fläming gibt es ca. 1000 Baudenkmale sowie über 1.400 bekannte Bodendenkmale

Pressemeldung vom 8. April 2014, 12:18 Uhr

Einige von ihnen werden im Denkmalschutzkalender 2014 vorgestellt. Ergänzend dazu erläutert die Denkmalschutzbehörde Teltow-Fläming das jeweilige Denkmal des Monats etwas näher, um den Blick des Betrachters einmal mehr für bewahrenswerte Bauten der Region zu schärfen.
Das Kalenderblatt des Monats April 2014 widmet sich dem Galerieholländer bei Rosenthal.
Die Holländermühle bei Rosenthal liegt weit zurückgesetzt an der Straße von Dahme nach Luckau. Frei von Wald oder Hügeln steht sie ideal im Wind. Holländermühlen kamen als Mühlentyp erst im 16. Jahrhundert auf. Wie der Name vermuten lässt, waren es holländische Mühlenbauer, die diese Art der Mühle entwickelten. Sie unterscheiden sich im Wesentlichen von dem weit älteren Mühlentypus der Bockwindmühle, bei der der gesamte Mühlenkörper in den Wind gedreht wurde.
Die Holländermühle verfügt über einen festen, meist aus Stein errichteten runden oder eckigen Baukörper, dessen obere Kappe beweglich ist. In manchen Gegenden werden diese Mühlen auch Kappendreher (niederländisch bovenkruier = Obendreher) genannt.
Der Mühlenkorpus ist meist in verschiedene Böden oder Arbeitsebenen unterteilt und endet in der oberen Kappe. Diese erreicht ihre Beweglichkeit durch eine Schleif- oder Rollbahn am oberen Ende des Baukörpers, auf der sie gedreht wird. Somit brauchte nicht mehr der gesamt Mühlenkörper in den Wind gedreht werden.
An der Rosenthaler Mühle fehlen heute die runde Kappe und damit auch die vier Flügel. Gebaut wurde die Holländermühle 1878 an einem alten Mühlenstandort. Bis in die 1930-er Jahre wurde sie auch mit Wind betrieben, allerdings in dieser Zeit durch einen Orkan erheblich beschädigt. Windrad und Flügel wurden ziemlich zerstört, sodass der Müller danach eine Lokomobile zum Antrieb nutzte.
Holländermühlen gibt es in verschiedenen Bauweisen. So handelt es sich bei der Rosenthaler Mühle um einen so genannten Galerieholländer. Die außen umlaufende hölzerne Galerie oberhalb des Eingangsbereichs war für die einfachere Bedienung der Flügel und Bremsen notwendig. Leider fehlt auch dieses sonst prägende Bauteil.
Neben einer effektiveren Ausnutzung der Windkraft boten die Holländermühlen weitaus mehr Platz im Inneren als die üblichen Bockwindmühlen. Üblicherweise wurde in diesen Mühlen Getreide gemahlen, allerdings dienten sie in den Niederlanden auch häufig als Pumpwerk zur Entwässerung. Die Verbreitung dieses Typus findet sich hauptsächlich in den Niederlanden und im norddeutschen Raum. Im Landkreis Teltow-Fläming gibt es noch vier Holländermühlen unterschiedlicher Nutzung.

Quelle: Landkreis Teltow-Fläming

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