Energiewechsel

Teltow-Fläming: In zwei Firmen unseres Landkreises könnte falsch deklariertes Rindfleisch gelangt sein

Pressemeldung vom 18. April 2013, 08:31 Uhr

Dies ist das zusammengefasste Ergebnis zahlreicher Kontrollen auf EU-Ebene, über deren Ergebnis das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt Teltow-Fläming mit einer europaweiten Schnellwarnung informiert worden ist.
Betroffen ist demnach je ein Betrieb aus dem Nord- und aus dem Südkreis. Beide waren von einer niederländischen Import-Export-Firma beliefert worden, die Rindfleisch mit Pferdefleisch vermischt und falsch etikettiert hatte. Ein hiesiger Betrieb hatte im Februar 2011 falsch deklariertes Fleisch erhalten, in den anderen sind nach jetzigen Erkenntnissen im Zeitraum von 2011 bis Februar 2013 ca. 40 bis 50 Chargen gegangen.
Wie Amtstierärztin Dr. Silke Neuling informierte, war in keinem der betroffenen Betriebe noch prüfbare Ware vorhanden. Da dort keine Konserven hergestellt werden, sei es auch unwahrscheinlich, dass man noch fündig werde. Deshalb sind die Lebensmittelkontrolleure und Veterinäre des Amtes derzeit dabei, den weiteren Weg des Fleisches zu verfolgen. „Wie die Ware über weitere Zwischenhändler möglicherweise an den Verbraucher gelangt ist, kann nur in einer langwierigen Puzzlearbeit ermittelt werden“, erläutert Dr. Neuling. Dabei handele es sich um ein äußerst aufwendiges Verfahren, bei dem Unmengen von Listen, verschlüsselten Tabellen und Daten miteinander abzugleichen sowie Lieferbeziehungen vorwärts und rückwärts zu verfolgen seien.
Fest steht, dass das falsch etikettierte Fleisch keine Gefahr für die Gesundheit der Verbraucher darstellt – allerdings handelt es sich um einen klaren Betrug. „Einen hundertprozentigen Schutz vor solchen Dingen gibt es trotz strenger Kontrollen leider nicht. Wer auf Nummer sicher gehen will, der sollte deshalb seine Ware beim Fleischer seines Vertrauens beziehen“, so Dr. Silke Neuling. Sie erläutert, dass das Niveau der Lebensmittelkontrolle objektiv noch nie so hoch war wie heute. So gebe es neben exakt geplanten, aber unangekündigten Routinekontrollen in den Betrieben vor Ort auch zusätzliche Verdachtsproben. In der Vergangenheit habe man im Landkreis Teltow-Fläming insgesamt mehr Auffälligkeiten im Handel als bei den Erzeugern festgestellt. Ob und wann es genaue Erkenntnisse zum verunreinigten Rindfleisch gibt, lässt sich aufgrund der umfangreichen Ermittlungsarbeit noch nicht mit Bestimmtheit sagen.
Zum Hintergrund: Laut EU-Kommission sind zwischen dem 1. Januar 2011 und dem 15. Februar 2013 rund 50 000 Tonnen falsch etikettiertes Fleisch, das mit Pferdefleisch vermischt war, gehandelt worden. Ein Großhändler aus den Niederlanden soll das Fleisch an rund 500 Betriebe geliefert haben, darunter 132 Betriebe in den Niederlanden und 370 in 16 EU-Staaten.

Quelle: Landkreis Teltow-Fläming

Share on Facebook Share on Google+

 Hinweis