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Teltow-Fläming: Kunst aus der Sprühdose

Pressemeldung vom 29. August 2012, 11:45 Uhr

Trafohäuschen in Klausdorf ist farbenfroher Hingucker am Boden-Geo-Pfad

Am Boden-Geo-Pfad des Landkreises Teltow-Fläming gibt es seit dem Sommer einen echten Hingucker: Das bislang unscheinbare Trafohäuschen in der Klausdorfer Bahnhofstraße wurde von der Agentur Art-efx aus Potsdam neu gestaltet. Dazu sprühten die jungen Künstler einen typischen Ausschnitt der Klausdorfer Geschichte mit Spraydosen auf das kleine Gebäude.

Entstanden ist eine perfekte Illusionsmalerei. Sie stellt eine Kipplore dar, von der gerade Ziegel abgeladen werden. An der Ladekannte zeigt eine historische Ansichtskarte die ehemalige Klausdorfer Ziegelei Ernst Arndt. Das Resultat zeugt von einem Blick für Maßstabstreue und Farbharmonie.

Klausdorf erlangte wirtschaftliche Bedeutung durch zahlreiche Ziegeleien. Bereits 1698 wird eine Ziegeleischeune erwähnt. 1913 gab es hier 11 Ziegeleien, die über 50 Millionen Ziegelsteine produzierten. Überreste aus dieser Zeit wie Ringöfen, Gleisreste, Maschinenhäuser, Arbeiterhäuser, Ziegeleibesitzervillen sowie die vielen Tongruben existieren heute noch und werden durch den Boden-Geo-Pfad für Touristen erschlossen.

Das Transformatorenhäuschen in der Bahnhofstraße bot sich besonders dafür an, die Klausdorfer Geschichte darzustellen. Die unlängst unter Denkmalschutz gestellte Straße bildete das Rückgrat der verkehrsmäßigen Erschließung der Klausdorfer Ziegeleien. Sie ist daher auch Teil des Boden-Geo-Pfades. Für dessen Attraktivität sind auch die vielen kleinen Hinweise, historischen Zeugnisse und Anschauungsobjekte zur Ziegeleigeschichte wichtig.

Die Idee zu dieser Sprühaktion hatte Carsten Preuß, Projektverantwortlicher für den Boden-Geo-Pfad vom Landkreis Teltow-Fläming, der auch historische Aufnahmen als Vorlage zur Verfügung stellte. Die E.ON edis AG, Regionalbereich Ost Brandenburg, hat hierfür die Mittel bereit gestellt.

Allerdings dauerte es einige Zeit bis zur Realisierung, denn die Auftragsbücher der Fa. Art-efx sind voll. Im Laufe von mehr als zehn Jahren hat die Firma deutschlandweit etwa 2000 bis 3000 Stationen in Kunstwerke verwandelt. Um die 400 bis 500 Farbdosen haben die Künstler im Gepäck, wenn sie auf Tour sind.

Schön wäre es, wenn nun auch noch die Glascontainer vor Ort verschoben würden, damit das Transformatorenhäuschen wahrgenommen werden kann.

Der Boden-Geo-Pfad, im Juni 2008 eröffnet, liegt rund 30 Kilometer südlich von Berlin. Er erschließt Besuchern den Bereich der Sperenberger Gipsbrüche und Klausdorfer Tongruben. Dort hat einst der Abbau der Rohstoffe Ton und Gips eine anheimelnde Landschaft mit eng verschlungenen Pfaden, tiefen Schluchten, mächtigen Felsen, steilen Hängen und mittendrin einem funkelnden Gewässer entstehen lassen.

Eine Wanderung auf dem Boden-Geo-Pfad ist auch für Familien unbedingt empfehlenswert. 13 Infotafeln entlang der Strecke bieten interessante Informationen zur Geologie dieser Region, zur Geschichte des Gips- und Tonabbaus sowie zu den Böden der Region, deren Entwicklungsgeschichte und ihren ökologischen Potenzialen als Lebensgrundlage für viele seltene Pflanzen- und Tierarten. Beste Perspektiven bietet ein Aussichtsturm auf dem 80 Meter hohen Gipsberg bei Sperenberg. Von der neun Meter hohen Plattform schaut der Besucher auf eine kuppig-hügelige Landschaft, die ihre Oberflächengestalt durch die letzte Eiszeit und durch den immer noch aufsteigenden Sperenberger Salzstock erhalten hat.

Insgesamt erstreckt sich der Boden-Geo-Pfad über 16 km. Er besteht aus zwei Teilbereichen, die auch unabhängig voneinander erkundet werden können. Eine besondere Anreisemöglichkeit bietet die ehemalige Königlich-Preußische-Militäreisenbahn, die heute als Draisinenbahn genutzt wird. Besucher können vom Bahnhof Zossen mit der Draisine direkt bis zum Boden-Geo-Pfad fahren.

Quelle: Landkreis Teltow-Fläming

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