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Teltow-Fläming: Neue Erkenntnisse zur Regionalgeschichte präsentiert der diesjährige Archäologentag

Pressemeldung vom 11. Januar 2013, 09:02 Uhr

Er findet am 27. Januar 2013 im Kulturzentrum DAS HAUS in Altes Lager statt. Veranstalter ist einmal mehr die untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Teltow-Fläming – dieses Mal in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Niedergörsdorf.

Beim diesjährigen Archäologentag stellen insgesamt sieben Vorträge die aktuellen Ausgrabungen, Funde und Forschungen des Jahres 2012 vor. Sie spannen einen Bogen von der Jungsteinzeit über die Bronzezeit bis in das 19. Jahrhundert.

Es gibt einiges zu berichten, denn das Jahr 2012 war aus archäologischer Sicht wieder sehr erfolgreich. So fanden mehrere bauvorbereitende und -begleitende Ausgrabungen statt. Vor allem durch Straßenbaumaßnahmen wurden dabei große Flächen in Anspruch genommen.

Die Trasse der L76n zwischen Mahlow und dem Ortsteil Waldblick betraf zwei archäologische Fundstellen: eine Siedlung der späten Bronzezeit (1000-600 v. Chr.) und eine Siedlung der Römischen Kaiserzeit (2./3. Jh. n. Chr.). Überraschende Funde kamen bei der Freilegung der jungbronzezeitlichen Siedlung zutage. Etliche der ehemaligen Siedlungsgruben waren sehr tief und enthielten außerordentlich viele Keramikscherben. Über den aktuellen Forschungsstand berichtet der Grabungsleiter, Thilo Stapelfeldt.

In Christinendorf wird die Ortsdurchfahrt der B246 grundhaft erneuert. Eigentlich sind in alten Dorfkernen viele mittelalterliche Funde zu erwarten. Überraschenderweise wurden fast überall Siedlungsgruben der römischen Kaiserzeit entdeckt, die in dieser Dichte nicht zu erwarten waren. Doch auch aus dem Barock haben sich außergewöhnliche Funde erhalten. Hervorzuheben sind Fundamente alter Gebäude und eine alte Pflasterstraße aus Feldsteinen, die neben der Kirche lag.

Die reichhaltige urgeschichtliche Siedlungslandschaft in unserem Landkreis bietet interessante Fragestellungen für universitäre Forschungsprojekte. Seit zwei Jahren erforschen Studenten der Christian-Albrechts-Universität Kiel Fundstellen der frühen Jungsteinzeit. Durch geomagnetische Messmethoden werden Anomalien im Untergrund sichtbar gemacht. Auf diese Weise lassen sich unterirdische Strukturen erkennen und erforschen, ohne dass man die Funde ausgraben muss. Darüber berichtet Dr. Carsten Mischka, der Leiter des Projektes.

Zwei Vorträge widmen sich mittelalterlichen Themen. Dr. Stefan Pratsch stellt Ausgrabungen in den Kirchen von Kolpien und Heinsdorf vor. Ullrich Wiegmann berichtet über Ausgrabungen an der Marktstraße in Zossen. Dabei wurden mehrere spätmittelalterliche Keller entdeckt, die als einzige Reste ehemaliger Gehöfte erhalten waren. In einem Keller fanden sich außergewöhnlich viele Werkzeuge zur Holzbearbeitung, die von einem Handwerker stammen.

Spannung verspricht auch der Vortrag von Rembrandt Scholz über demografische Forschungen im Ostseeraum. Anhand von alten Kirchenregistern sowie Geburts- und Sterbelisten kann man Bevölkerungsbewegungen nachvollziehen, die vielfältige Ursachen haben. Auch in hiesigen Kirchenarchiven gibt es alte Unterlagen, so dass man solche Forschungen auch hier vornehmen kann.

Zum Archälogogentag gibt es auch wieder ein Rahmenprogramm, das Abwechslung für Jung und Alt bietet: Es gibt ein Schülerquiz, man kann antiquarische und neue Literatur zur Archäologie erwerben und sich über die Archäologische Gesellschaft in Berlin und Brandenburg e. V. informieren. Der Eintritt ist kostenlos; Einlass ist ab 9.15 Uhr.

Quelle: Landkreis Teltow-Fläming

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