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Teltow-Fläming: Seit 1994 wird am 21. September der Welt-Alzheimer-Tag begangen

Pressemeldung vom 20. September 2016, 12:38 Uhr

Das Gesundheitsamt Teltow-Fläming nimmt dieses Datum zum Anlass, um über die Krankheit zu informieren und dafür zu sensibilisieren.

Der Anteil der älteren Menschen wächst zunehmend. Nach der Bevölkerungsprognose des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg verringert sich die Bevölkerung des Landes Brandenburg bis zum Jahr 2030 um ca. 253.000 Einwohner auf 2,25 Millionen Einwohner. Dabei nimmt die Anzahl der Kinder und Personen im erwerbsfähigen Alter ab, während die Anzahl der älteren Menschen mit 65 Jahren und älter ansteigt. Bis zum Jahr 2060 wird sich die Lebenserwartung weiter erhöhen auf über 89 Jahre bei Frauen und 85 Jahre bei Männern.[1] Schon heute leben im Landkreis Teltow-Fläming ca. 36.300 Menschen, die älter als 65 Jahre sind.[2] Das sind 22 Prozent der Gesamtbevölkerung im Landkreis Teltow-Fläming. Betrachtet man den Anteil der ab 70-jährigen Menschen, kommt man auf einen Anteil von 16 Prozent. Die meisten leben in Luckenwalde und Ludwigsfelde. Gemessen an der Anzahl der jeweiligen Bevölkerung ist in den Gemeinden Dahme/Mark, Dahmetal, Ihlow und Niederer Fläming der Anteil der Menschen über 70 Jahre am höchsten (21 Prozent). Beschwerden – körperliche und psychische – werden häufig als normale Begleiterscheinungen des Alterns angesehen. Daneben stehen bei gerontopsychiatrischen Krankheitsbildern häufig zunächst somatische Beschwerden oder allgemeine Leistungseinbußen im Vordergrund. Depressionen und Demenzen zählen allerdings zu den Hauptdiagnosen psychischer Störungen bei älteren Menschen.[3] Sie bilden das primäre Aufgabengebiet der Gerontopsychiatrie. 7,6 Prozent der über 65-Jährigen im Landkreis Teltow-Fläming leiden an einer Form der Demenz. Davon werden 60 Prozent von ihren Angehörigen zuhause versorgt. Obwohl es Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von psychischen Erkrankungen im höheren Lebensalter gibt, ist deren Umsetzung aus verschiedenen Gründen oftmals schwierig (Betroffene gehen spät zum Arzt, Verzögerung der Diagnostik und Therapie). So kommt es, dass viele ältere Menschen mit Demenzerkrankungen, aber auch Depressionen und Angststörungen unterversorgt sind. Um überhaupt erst einmal eine Diagnose zu erhalten, können sich Betroffene über den Hausarzt bei der Gedächtnisambulanz/Gedächtnissprechstunde melden. Insbesondere Menschen mit Demenz und deren Angehörige nehmen erst spät Hilfsangebote in Anspruch. Niedrigschwellige Angebote, wie z. B. Beratung über Krankheitsverlauf und Kommunikation mit dem Betroffenen, werden im Anfangsstadium der Erkrankung kaum genutzt. Angehörige von Menschen mit Demenz sollten die Möglichkeit haben, schneller und früher Hilfe anzunehmen. Das soll auch das neue Pflegestärkungsgesetz II fördern. Ab 2017 könnte es zu einer deutlichen finanziellen Entlastung für Menschen mit Demenz kommen. Durch die Einführung neuer Module ist dann eine differenziertere Einteilung des tatsächlichen Hilfebedarfs möglich. Davon könnten auch Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz (u. a. Menschen mit psychischen Erkrankungen) profitieren. Bisher haben diese Betroffenen oftmals keinen Antrag auf eine Pflegestufe gestellt, obwohl eine eingeschränkte Alltagskompetenz vorlag. Somit ist diesen Betroffenen zu empfehlen, nun doch einen Antrag auf Leistungen aus der Pflegeversicherung zu stellen. Individuelle kostenfreie Beratungen zu Leistungen des Pflegestärkungsgesetzes II bieten der Pflegestützpunkt Luckenwalde und auch die Sozialstationen und Pflegedienste an.

Quelle: Landkreis Teltow-Fläming

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