Energiewechsel

Teltow-Fläming: Zum Volkstrauertag 2013

Pressemeldung vom 29. Oktober 2013, 11:31 Uhr

Zu den satzungsgemäßen Aufgaben des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. gehört es, am Volkstrauertag Gedenkveranstaltungen zu initiieren, diese im Zusammen-wirken mit öffentlichen Stellen, den Kirchen, der Bundeswehr und anderen Organisationen durchzuführen oder dabei mitzuwirken.

Am 5. März 1922 wurde der Volkstrauertag erstmals im Berliner Reichstag als ein Tag des Gedenkens für die Opfer des Krieges 1914/18 und als Tag der Mahnung zum Frieden begangen. Die nationalsozialistischen Machthaber missbrauchten diesen Gedenktag später für ihre Propagandazwecke. In Hitlers Kriegsvorbereitung wurde er leider als „Heldengedenktag“ zu einem Programmpunkt.

Seit dem 16. November 1952 wird der Volkstrauertag aufgrund einer Übereinkunft zwischen dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., der Bundesregierung, den Bundesländern und den Kirchen am Sonntag vor dem Totensonntag als Gedenktag begangen.

Wir alle sind aufgerufen, an diesem Tag in unserer alltäglichen Geschäftigkeit innezuhalten, um der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft zu gedenken. Wir sind es den Opfern der Kriege und den Opfern unmenschlicher Ideologie schuldig, nicht zu vergessen.

Erinnerung ist eine moralische Verpflichtung gegenüber den Toten der Vergangenheit, aber auch gegenüber der Jugend von heute. Aus dem Blick zurück erwächst die Aufforderung, alles dafür zu tun, dass sich die Kriege des 20. Jahrhunderts nicht wiederholen können.

Auch im Jahr 2013 erinnerten zahlreiche historische Jahrestage an die Kriegsereignisse, wie zum Beispiel die Kämpfe um Stalingrad vor 70 Jahren, wo mit der Kapitulation der 6. Armee die erste den Kriegsverlauf entscheidend mitbestimmende Niederlage für Deutschland einherging, oder aber auch der 50. Jahrestag des als Élysée-Vertrag bezeichneten deutsch-französischen Freundschaftsvertrages.

Auch in diesem Jahr finden in unserem Landkreis am Volkstrauertag wieder verschiedene Gedenkveranstaltungen statt.

Die Landrätin, der Vorsitzende des Kreistages des Landkreises Teltow-Fläming und die Fraktionen des Kreistages werden sich gemeinsam mit dem Kreisvorsitzenden des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. der Gedenkveranstaltung in der Stadt Trebbin anschließen.

Bereits im Jahr 2003 wurde die Kriegsgräberstätte, die sich auf dem Evangelischen Friedhof befindet, saniert. Dort fanden 420 Kriegstote ihre letzte Ruhe, die in den Kämpfen um Trebbin gefallen oder infolge ihrer Verwundungen im Lazarett verstorben sind.

Die diesjährige Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag beginnt am Sonntag, dem 17. November 2013, um 10:00 Uhr, in der St. Annenkapelle. Es ist im Rahmen der Gedenkveranstaltung angedacht, die Namenstafeln für die Trebbiner Gefallenen, die im Zweiten Weltkrieg ihr Leben ließen, einzuweihen. Im Anschluss der Gedenkveranstaltung sind alle interessierten Bürgerinnen und Bürger eingeladen, an der im Clauert Haus stattfindenden Gesprächsrunde zwischen Jugendlichen und Trebbiner Zeitzeugen des Krieges teilzunehmen.

Unter dem Motto „Nie wieder Krieg“ bitten Herr Gunter Fritsch, Präsident des Landtages Brandenburg und Landesvorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge

e. V., und Herr Dr. Dietmar Woidke, Ministerpräsident des Landes Brandenburg und Schirmherr, in einem gemeinsamen Aufruf um Spenden für die Arbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. In der Zeit vom 1. bis 30. November 2013 werden Bürger des Kreises mit Sammellisten und Sammelbüchsen im Rahmen einer Haus- und Straßensammlung um Spenden bitten. Damit leistet der Volksbund einen wesentlichen Beitrag gegen das Vergessen und für die Völkerverständigung.

Da der zeitliche Abstand zum Zweiten Weltkrieg zunimmt, wird die Bedeutung der Jugendarbeit immer größer. Vor nunmehr 60 Jahren fand das erste Workcamp mit Jugendlichen aus Belgien und Deutschland im belgischen Lommel statt. In den internationalen Jugendbegegnungen des Volksbundes auf den Kriegsgräberstätten im In- und Ausland haben sich Jugendliche aus ganz Europa an den Gräbern ihrer Großeltern kennengelernt und derer gedacht, die ein friedliches Europa nicht mehr erleben durften.

Diese Arbeit soll auch im Jahr 2014 fortgesetzt werden, um so dazu beizutragen, dass Krieg, Gewalt, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit keine Chance haben.

Quelle: Landkreis Teltow-Fläming

Share on Facebook Share on Google+

 Hinweis